Stehsatz

Larissa Laurentzi, Sarah Janson, Verena Schneider. Magazinanalyse der form 289,5. MD.H, Studiengang Media Design, Klasse Prof. Sybille Schmitz
Editorial Design (3. Semester): Sarah, Janson, Larissa Laurentzi, Verena Schneider

»Queer, feministisch, intersektional und dekolonial« – Diese Meinungen vertritt das unabhängige Designmagazin form, welches wir in der Ausgabe form 289,5 analysiert haben. Entstanden ist ein Magazin, das den Charakter und Charme des Originals genau trifft.

filter: Jede form-Ausgabe ist in die vier Rubriken filter, focus, files und alles andere unterteilt. Im ersten Teil wird die Designszene gescannt. Diese Rubrik nutzten wir, um über form zu schreiben, die Rubriken zu erklären und auf die Zielgruppe einzugehen.

focus: Der Schwerpunkt »Analyse und Design« liegt in der gestalterischen Analyse. Wie in jeder form-Ausgabe, gibt das Thema dieser Rubrik den Namen der Ausgabe vor. Hier wurden Format, Satzspiegel, Raster, Inhaltsverzeichnis, Impressum und Cover unter die Lupe genommen. Des Weiteren analysierten wir Trenn-, Themen-, Produkt-, Kolumnen- und Inhaltsseiten. Es wurde stets darauf geachtet, dass die Seiten, in denen die jeweiligen Inhalte erklärt sind, genauso aufgebaut sind, wie es in der form geschieht.

files: Mit dem Chefredakteur Anton Rahlwes konnten wir im Rahmen dieses Projekts ein Kurzinterview führen, das seinen Platz in 20 Fragen an gefunden hat. Unsere ganz persönliche Meinung zur form konnten wir abschließend in den Rezessionen miteinbringen. Hier erklären wir, wieso wir uns in der Aufgabe für die form entschieden haben, was wir daran gut finden und was wir einfach ganz anders machen würden. Ein abschließender Satz, der uns wohl immer im Gedächtnis bleiben wird? Es ist eben eine Frage der form.

Fotos: Sarah Janson
Schriftanalyse und Buchgestaltung: Mona Kerntke, Anna-Lea Trumpetter
Analyse der Avenir

Adrian Frutiger war einer der größten und bedeutendsten Typografen bzw. Schriftgestalter des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Werken den Schweizer Stil maßgeblich. Die Anlehnung an die Futura von Paul Renner verrät schon der Name. Anders als bei der streng geometrisch konstruierten Schrift von Renner versuchte Frutiger in der Avenir Harmonie und Menschlichkeit zum Ausdruck zu betonen. Dabei konzentriert er sich auf die Balance zwischen der mathematischen Geometrie einerseits und andererseits den optischen Korrekturen, die der Lesefreundlichkeit dienen.

In ihrer Schriftanalyse beschäftigen sich Lea Trumpetter und Mona Kerntke zunächst ausführlich mit dem Werdegang des Gestalters Adrian Frutiger und dessen Arbeiten. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte der Grotesk nachgezeichnet. Der Hauptteil der Schriftanalyse widmet sich dem Charakter der Avenir. Anschließend folgt eine sehr detaillierte Einzelzeichenanalyse, sowie das Kerning der Schrift. Für den Vergleich wurden die Avenir Next und Futura PT herangezogen. Anwendungsbeispiele runden die Schriftanalyse ab.

Durch ausgewogene Raumaufteilung und stringente Text- und Seitengestaltung entsteht ein stimmig gestaltetes Buch. Das Cover und der offen gestaltete Buchrücken der Schweizer Broschur verbinden sich — dank des roten Fadens im Wortsinne wie im übertragenen Sinne — gekonnt mit dem Inhalt.

Fotos: Mona Kerntke und Anna-Lea Trumpetter, Redaktion: Sybille Schmitz
Editorial Design (3. Semester): Laura Di Vita, Diana Hix Molinari, Hilal Yaser
Reisemagazin 48°N 11°E – and a little further

»48°N 11°E« ist ein Reisemagazin, das Orte auf der ganzen Welt — abseits klassischer touristischer Destinationen — in den Blick neugieriger & reisefreudiger Leser rückt. Die Gruppe Studierender, bestehend aus Laura, Hilal und Diana, suchte sich sechs Länder auf fünf Kontinenten aus. Aus diesen werden dann wiederum jeweils zwei bis drei Orte vorgestellt. Im Fokus stehen dabei sowohl Sehenswürdigkeiten, Eigenart oder »genius loci« im Allgemeinen und darüberhinaus ganz Konkretes wie die lokale Küche und Informationen für Reisende über Hotels, Restaurants etc.

Als Einstimmung bietet man dem Leser das Rezept einer lokalen Spezialität zum Nachkochen und zur Vorbereitung eine Packliste für den jeweiligen Ort und dessen spezielle, etwa klimatische Eigenheiten.

Die vielfältig-bunte Grafik, die die verschiedenen Länder rahmt, spiegelt deren Charakter wider und verleiht dem Magazin eine abwechslungsreiche Optik. Vor allem junge Erwachsene sollen sich dadurch angesprochen fühlen und Lust auf neue Abenteuer bekommen.

Fotos: Laura Di Vita
Freie Schriftarbeit (1. Semester): Clara Reichelt
Eine Schriftarbeit als Hommage an den Künstler Christo
Inspiriert ist mein Konzept einer freien Schriftarbeit durch den Künstler Christo, der Gebäude wie den Berliner Reichstag verpackt bzw. verhüllt hat und eben dadurch eine verblüffende, neue Wahrnehmung des nunmehr eigentlich Verborgenen ermöglichte.

Meine Idee war es, alltägliche Gebrauchsgegenstände aus dem Haushalt zu suchen und diese so mit Stoff und Bindfäden einzupacken, dass sie die Form eines Buchstabens bilden. Eine Bananenbox habe ich zum Beispiel als »C«, eine Pfanne samt Kochlöffel als »R« und eine Klavierlampe als »T« verwendet und somit das Wort CHRISTO geschrieben, gewissermaßen als Hommage an den vor einem Jahr verstorbenen Künstler.

Schließlich habe ich sowohl die eingepackten als auch die uneingepackten Gegenstände fotografiert und in Form eines Leporellos gegenübergestellend inszeniert.

Fotos. Clara Reichelt
Visualisierung (1. Semester): Josephin Oschmann

Für die Aufgabe der Visualisierung von Aggregatzuständen (sowie deren Übergänge) wählte Josephin Oschmann kunstvolle Fadenverspannungen, in den Farben Schwarz und Weiß. Dabei steht Weiß für Wärme und Schwarz für Kälte.

Die primären Grundformen und ihre Auflösung dienen zur weiteren Kategorisierung der Aggregatzustände Schmelzen, Erstarren, Verdampfen, Kondensieren, Sublimieren und Resublimieren. So steht das  Quadrat für Stabilität und Festigkeit, der Kreis für dynamische fortwährende Bewegungszustände, das Dreieck in seiner stabilen, andererseits aber auch dynamischen Pfeilform für weniger greifbare Zustände.

Als Beispiel: Der Zustand des Verdampfens (flüssig zu gasförmig) ist geprägt von thermischer Energie. Die Basis des Objektes bildet folglich ein weißes Quadrat, auf dem sich ein schwarzer Kreis befindet. Dieser besteht im Inneren aus einer Wabenstruktur. Da sich der Zustand im Übergang befindet löst sich die Struktur langsam auf.

Entstanden ist eine Serie von sechs gleich großen Objekten, von denen jedes für sich einen besonderen ästhetischen Charme besitzt.

Fotos: Josephin Oschmann
Editorial Design (3. Semester): Nikol Stancheva, Anna-Maria Lebedew und Verena Sedlmeir

»SLINE« ist der Name des  englischsprachigen Magazins, das sich dem Medium widmet, das das klassische Fernsehen abgelöst hat: dem Streaming von Serien. Die Wortneuschöpfung Sline leitet sich ab von dem englischen Begriff Streamline.

Streaming hat sich in nur einem Jahrzehnt massiv verbreitet, es ist für die jüngere Generation das, was Fernsehen bislang war – aus guten Gründen: Fernsehen on-demand kommt den modernen Lebenswelten, die zeitlich diffuser sind, entgegen. Zudem haben Serien wie »Breaking Bad« in vielerlei Hinsicht ein Niveau erreicht, das durchschnittliche, ja selbst gehobene TV-Produktionen weit hinter sich lässt. Auch das konsumieren von fiktionaler Unterhaltung in übersichtlichen Häppchen einerseits und andererseits für längere, verläßliche Zeiträume entspricht heutigen Bedürfnissen. So ist es nur folgerichtig, sich dem breiten und hochwertigen Angebot auf inhaltlich sorgfältige Weise zu widmen. Das Magazin Sline zielt darauf ab, den Leser umfassend über die ganze Bandbreite verschiedenster Serien zu informieren.

Das einzigartige Merkmal hierfür stellt der illustrative Teil des studentischen Magazins dar. Die jeweiligen Bilder respektive Fotos wurden jeweils digital überzeichnet, jede Serie erhält dabei ihre eigene Note. Darüberhinaus werden Hintergründe der Streaming- und Serienszene journalistisch aufbereitet, wie im vorliegenden Netflix-Special der Werdegang von Netflix, inklusive eines Interviews mit dem CEO.

Fotos: Anna-Maria Lebedew
Editorial Design (3. Semester): Sarah Janson, Larissa Laurentzi, Verena Schneider

»Capture and connect techno design around the world« lautet der Slogan unseres Designmagazins 140bpm. Der Name, ausgesprochen 140 beats per minute, ergibt sich aus der Anzahl an Schlägen pro Minute, ab der es sich um Techno handelt.

Techno und Design haben mehr Gemeinsamkeiten, als man zunächst vermuten könnte. Trotzdem findet sich die Verknüpfung beider Sphären im Magazinbereich bislang nicht. Unser Magazin ist breit gefächert, es befasst sich mit Architektur, Kunst, Stage Design und Fotografie. Auch Covergestaltung, Corporate Designs und Branding dürfen in einem Designmagazin selbstverständlich nicht fehlen. Besonders interessant sind die kulturellen und sozialen Themen, die im Magazin beleuchtet werden: Die Inszenierung von Nacktheit in der Technoszene, der Lebensstil rund um das Berghain Berlin und auch die Loveparade finden ihren Platz. Ein rundum spannendes Magazin, das die Technoszene widerspiegelt. Man tritt ein in eine Welt voller Raves und Kunstfell-Imitat. Und kann dabei anspruchsvolle, ästhetische Designs genießen.

Fotos: Sarah Janson, Redaktion: Sybille Schmitz
Typografie im Raum (3.Semester): Katharina Lutz

Im Rahmen der Aufgabe Schrift im Raum, diesmal zum Thema Freiheit, inszenierte Katharina Lutz den Begriff Individuum.

Die aus Ytong-Stein herausgearbeiteten Lettern stehen zunächst stabil, mächtig und unverrückbar im Raum. Jeder Mensch, jedes soziale Lebewesen ist jedoch äußeren Einflüssen ausgesetzt, Zwängen, es erleidet und erduldet Schicksalsschläge, erodiert im Laufe einer Lebensspanne bei Wind und Wetter, ja richtet sich womöglich auch selbst zugrunde. Auch wenn es hoffentlich nicht gebrochen wird, so trägt es Schrammen davon und Beulen.

Entsprechend zeigen die imposanten Fotografien die Lettern nach und nach angekratzt, gekippt, durcheinandergebracht und mit der Zeit als (Wort) Individuum kaum noch zu erkennen.

Diese greifbar-griffige Typografie ist von schlichter – und gerade deswegen starker – Symbolhaftigkeit.

Fotos: Katharina Lutz
Typografie (2. Semester): Celina Hofmann, Michaela Kappes und Katharina Lutz
Buchprojekt »Rockwell« – Eine Schriftanalyse

Das Buchprojekt ist zum Einen eine tiefgreifende Analyse der »Rockwell«, darüberhinaus vermittelt es Hintergrundwissen, etwa zur Geschichte der Serifenbetonten Linear-Antiqua-Schriften, denen die Rockwell zuzuordnen ist, sowie Historisches über den traditionsreichen Schriftenhersteller »Monotype«, wo die Schrift Rockwell von Frank Hinman Pierpont entworfen wurde.

Das Buch sollte in seiner Gestaltung modern anmuten, wir wählten deswegen neben den Grundfarben schwarz (Schriftfarbe) und weiß (Seitenfarbe) den frisch wirkenden Farbton Grün — z. B. für Markierungen, Marginalien, auch für Kapitelanfänge. Transparenzseiten finden gelegentlich im Buch Verwendung und weisen ebenso grüne Zeichen auf.

Die umfangreiche Monotype-Historie, die untrennbar mit der Rockwell verknüpft ist, fassen wir in einem Zeitstrahl zusammen, womit ein schneller Überblick gewährleistet ist. Abbildungen begleiten die Leiste. Wichtig erscheint uns, dass die heute veralteten Druckverfahren und Prozesse der Schriftenentwicklung veranschaulicht werden.

Frank Hinman Pierpont wird in einem eigenen Kapitel gewürdigt, das seinen Werdegang und sein typografisches Wirken behandelt.

Fotos und Text: Celine Hofmann, Michaela Kappes, Katharina Lutz
Visualisierung (1. Semester): Laura Di Vita

Die Grundlage der Visualisierung des Lebenszyklus’ bildet eine Holzplatte, zu gleichen Teilen weiß und schwarz bemalt – in Anlehnung an das chinesische Yin-Yang-Symbol, das bekanntermaßen zwei gegesätzliche, aber doch aufeinander bezogene, voneinander abhängige Kräfte oder Prinzipien symbolisiert, in diesem Fall Leben und Tod.

Auf der Holzplatte finden sich Nägel in Kreisform angeordnet, an denen wiederum zahlreiche farbige Fäden gespannt wurden. Die Farben der Kreissegmente sind den sechs Lebensphasen eines Menschen zugeordnet: Geburt weiß-rosa, Kleinkindalter gelb-orange, Adoleszenz hellrot-dunkelrot, Erwachsenenalter hellgrün-dunkelgrün, Greisenalter hellblau-dunkelblau, und das Lebensende braun-schwarz.

In der Mitte, dem Zentrum, zu dem alle Fäden laufen, das alle Fäden hält, ist die (Welt-) Achse hervorgehoben, um den sich der Kreislauf des Werdens und des Vergehens dreht, gewissermaßen der Baum(stamm) des Lebens.

Fotos: Laura Di Vita