Stehsatz

Mediadesign Hochschule München
Editorial Design (4. Semester): Jochen Schuster

Bei dem Magazin mit dem Titel »artworld« handelt es sich um ein Kunstmagazin, das  die Themen »gender«, »race« und »postcolonialism« verhandelt. Dieses Magazin möchte wehtun und ist selbst dabei außerordentlich zornig.

Dies wirkt sich auf die Typografie aus: die verwendeten Schriften (Schadow fett; Attribut black, eine Monospaced, und für die Marginalien die Akzidenz Grotesk) sind bis zur optischen Schmerzgrenze unterschnitten, was einen sehr geringen Zeilenabstand zur Folge hat. Etwas unkomfortabel zu lesen, aber genau das war beabsichtigt – die Leserinnen* sollen den Widrigkeiten der Menschen nachspüren, über deren Leben und Arbeiten in diesem Magazin geschrieben wird. 
Die Seiten sind durchgehend farbig, sie stellen die Welt als etwas »Buntes« dar  – ähnlich der »Pride Flag«. Dass das Lesen dadurch noch ein wenig erschwert wird, ist also durchaus Absicht (siehe oben).

Fotos: Tim Kubitz, Jochen Schuster
Das schwungvolle Theater: Ein Logo für die Luisenburg
Visualisierung II, (2. Semester): Julia Floth

Ein fiktives, neues Erscheinungsbild, das dem Open-Air Theater bei Wunsiedel zu neuem Schwung verhilft. So schwungvoll wie das Gebäude selbst.

An das Thema näherte ich mich zeichnerisch an. Während der Ideenfindung fiel mir die Ähnlichkeit der Unterschrift der Namensgeberin Luise von Preußen mit der Form des Theatergebäudes auf. Beide enthalten einen schwungvollen Bogen – so war durch ein paar Versuche ein geeignetes Signet gefunden.

Zur Findung eines Schriftzugs erstellte ich mehrere Kalligrafie-Varianten und entschied mich schließlich für eine Barock- bzw. eine klassizistische Antiqua mit einzelnen »ausbrechenden« Buchstaben. So kommt das »S« mit einem vergrößerten Kopf und das »N« mit einer Verlängerung des letzten Aufstrichs. Das gesamte Logo der Luisenburg besteht somit aus dem Signet, welches ich verkleinert links über den Schriftzug stellte.

Da die Luisenburg eine große Bandbreite abdeckt, bezog ich diesen Aspekt auch bei meinem Farbkonzept mit ein. Für das Kindertheater wählte ich orange, da diese Mischfarbe aus gelb und rot für Leichtigkeit, Neugier und Lebendigkeit steht – alles Eigenschaften, die besonders Kinder aufweisen. Grün repräsentiert das Volksstück, denn oftmals finden Theaterstücke dieser Kategorie auf dem Land, also in dörflicher Umgebung statt. Das Genre »klassische Stücke« erhielt die Farbe Königsblau. Denn diese Farbe ist eine der ältesten Farben, die bei der Kleidung des Adels Verwendung fand. Mit klassischen Werken verbindet man meist Stücke aus der Zeit der Ständegesellschaft. Für das Musical habe ich die Farbe türkis gewählt. Denn diese Mischfarbe beinhaltet zum einen die Strenge der Farbe blau und zum anderen eine heiterer wirkende Freiheit, die Grün repräsentiert.

Ebenfalls in der Aufgabenstellung enthalten war die Erstellung einer Plakatreihe. Passend zum schwungvollen Signet und einer ebenso gestalteten Kalligrafiearbeit wählte ich eine entsprechend schwungvolle Stilrichtung: die Malerei. So erstellte ich mit Acryl drei Plakate zu aktuellen Theaterstücken mit den zuvor definierten Farbtönen. Die Namen der Stücke schrieb ich ebenfalls händisch. Die Motive und die Kalligrafie sind in einer extremen Diagonale angeordnet, die sich zur dynamischen Ecke hinbewegen.

Mit dem Logo in der rechten Ecke oben entsteht ein energiegeladenes Gesamtbild, das gut zu einem vielseitigen Open-Air Theater passt.

Typografie (2. Semester):  BMD 0417
Buchgestaltung: Die Trump Mediäval, eine moderne Antiqua

Georg Trump, Meisterschüler von F. H. E. Schneidler, hat maßgeblich die heutige Schriftentwicklung beeinflusst. Schriften wie die »Trump Mediäval«, »Schadow« oder auch die etwas verspieltere »Delphin« wirken auch heute noch zeitgemäß. Dass sich die Person Trump nicht nur auf Schrift reduzieren lässt haben die Studierenden der BMD 0417 in ihrem Buch mehr als eindrucksvoll bewiesen: so wird der Wahl-Münchner Georg Trump als Maler, als Student, als Persönlichkeit, Gestalter, Lehrer und Schriftentwerfer porträtiert.

Einen Themenschwerpunkt des Büchleins nimmt die Analyse der Antiqua »Trump Mediäval«  – die zunächst unter anderem Namen im Schriftenkatalog von C. E. Weber erscheinen sollte – ein. So kann ihre lange Entstehungsgeschichte anschaulich nachvollzogen werden. Von anfänglichen Entwürfen – Trump hatte schon in den 40er Jahren eine Antiqua römischen Stils gezeichnet – zu konkreteren Varianten im Jahre 1952 bis hin zur umfassenden Präsentation auf der Drupa 1954.

Georg Trump sagte selbst über dieses Projekt: »Ich habe diese Schrift […] begonnen aus dem Wunsch heraus, endlich einmal eine Schrift zu machen, die modern und gut zugleich sein sollte und die als Buchschrift an Stelle der Walbaum, Garamond oder Janson verwendet werden kann.«*

Selbstverständlich werden auch die einzelnen Zeichen, Gußtabellen sowie Kerningpaare genauestens analysiert.

Jochen Schuster und Tanja Aigner haben das Layout nochmals umfassend überarbeitet – Jochen hat dabei akribische Satzkorrekturen vorgenommen, um dem Semesterprojekt der BMD zum rechten Gewand zu verhelfen.

Das Buch selbst besticht durch die Kombination von klassischer Gestaltung mit modernen Elementen, dem Zusammenspiel der Farben grau, schwarz und orange, einem einfachen Buchbinderkarton in Kombination mit auffälligem Farbschnitt. Trump hätte das Buch, ohne hochmütig werden zu wollen, vermutlich gefallen.

*  Georg Trump, Brief an Siegfried Buchenau, 5. Februar 1954

Fotos: Sybille Schmitz
Stehsatz–Fundamente

Schrift und Typografie befinden sich im digitalen Wandel – sind dynamisch, elastisch, emotional, fluid, kinetisch, seriell, temporal sowie vieldimensional anwendbar – und das in allen Medien. Augmented und Virtual Reality, sensorgesteuerte Geräte und Bildschirmoberflächen können ohne gute Typo­grafie nicht auskommen. Auch das gute Buch – reactive oder im klassischen Gewand – ist kaum wegzudenken. Die Technik offenbart eine Vielzahl an Möglichkeiten. Herausforderung bleibt es nach wie vor, diese sinnvoll und nicht inflationär zu nutzen, kontextbezogen und konzeptionell durchdacht einzusetzen – gute gestalterische Fundamente zu stärken, bewährte Grundlagen in den wesentlichen Gestaltungsdisziplinen zu untermauern.

Stehsatz #5 beschäftigt sich mit ebendiesem Span­nungsfeld aus Tradition und Moderne, hat Studio Dumbar in Rotterdam, Commercial Type und Studio Isometric in New York interviewt. Die Bachelorarbeit von Sofia Gronard beschäftigt sich mit der Zukunft der Sprache, Lucas Wurzacher lässt individuelle, virtuelle Resonanzräume entstehen.

In der Rubrik Druck und Papier wird neben kunstvollen internationalen Papierartefakten – zu sehen auf Global Paper 4 – dem Begriff Papierkunst nachgespürt, Upcycling im kreativen Hochdruck gezeigt sowie auf der Messe KreativArt vorgestellt.

Ein Reisetipp, ein Bauhaus Special, anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 sowie ein ausführlicher Showroom mit den Rubriken Visualisierung, Edito­rial Design, Experimentelle Typografie und Kalli­grafie komplettieren das Magazin.

Die 5. Ausgabe liegt vor mir und hinter mir eine lange Zeit des Bangens um deren Realisation. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei unseren Anzeigenpartnern (Naturheilpraxis Adamietz, Mediadesign Akademie für Aus- und Weiterbildung GmbH, richtungspfeil.de, Serviceplan, Typographische Gesellschaft München e.V.) bedanken, ohne die unser Stehsatz-Magazin in diesem Jahr nicht gedruckt hätte werden können.

Fotos: Sybille Schmitz
Typografie (2. Semester): Victoria Eckl, Katharina Hengster
Buchgestaltung: Klingspor, Koch, Neue Kabel – eine Schriftanalyse

Dem geschulten Auge werden im Schriften-Durcheinander unseres digitalen Zeitalters immer wieder Spuren Rudolf Kochs begegnen. Koch rückte in die erste Reihe der Buch- und Schriftgestalter seiner Zeit, denn mit seiner ganz eigenen Art zu Schreiben ließ er alle hinter sich. Kochs Portfolio umfasste hauptsächlich gebrochene, meist Rotunda- oder Fraktur-Schriften, aber auch Serifen-Schriften. Diese zeichnen sich durch den starken persönlichen Ausdruck des Schriftmeisters aus, der mit beinahe religiöser Hingabe Schriften entwickelte.

1927 schien es ihm sehr verlockend, eine Schrift mit Zirkel und Lineal zu entwerfen. So entstand eine »eindeutige« Schrift ihrer Zeit – die Kabel. Mit lediglich einfachen und klaren geometrischen Formen wie Kreisen, Quadraten und Dreiecken konstruiert und mit einigen Art Deco Elementen geschmückt, trägt sie ohne jeglichen Zweifel Kochs Handschrift.

Während viele deutsche Schriftentwerfer Kochs gebrochene Schriften und Serifen-Schriften bewunderten und studierten, blieb die Kabel von ihnen weitgehend unbemerkt und so verschwand sie, wie viele ihrer Zeitgenossen, in den 30er Jahren.

Mit dem Aufkommen des Fotosatzes, konnten nicht-lizensierte Kopien von Schriften erstellt werden und auch Kochs Kabel fiel dem zum Opfer. Cable, Kabell oder Kabeln sind nur ein paar der zahlreichen Schriften, welche von verschiedensten Fotosatz-Unternehmen als Kopien erstellt wurden – oft wurde hierbei behauptet, dass sie das Original verbessern würden, obwohl sie die entscheidenden Eigenschaften des Designs entfernten oder neue, nutzlose Bestandteile hinzufügten.

Im Jahre 1975 entwarf Victor Caruso mit einer Sonderlizenz eine frische Interpretation der Kabel für die International Typeface Corporation (ITC) und änderte Proportionen und Mittellängen – das Design sollte hierbei so wirken, als hätte es Koch möglicherweise selbst gestaltet, wenn ihm damals der Fotosatz zur Verfügung gestanden hätte. Um die wirklichen und ursprünglichen Absichten des Designers widerzuspiegeln, war es 2013 Zeit für eine erneute, umfassendere Wiederbelebung der Kabel. Die Idee kam Marc Schütz, einem Dozenten der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, als seine Studenten eine Schrift für ihr Jahrbuch benötigten: Er wählte die Kabel. Sie repräsentiert die lange Geschichte der Hochschule, an der Koch selbst Professor war.

Zunächst zeichnete Schütz nur die für das Jahrbuch benötigten Buchstaben. Dies war der Beginn einer kompletten  Wiederbelebung des Klassikers. Dabei wollte er die historischen Merkmale bewahren, ebenso wie die Gestaltung für die moderne Anwendung nutzbar machen; die neue Kabel sollte auch für ein Lexikon oder eine Doktorarbeit passend sein. Schütz gelang es, tradierte Eigenschaften mit zeitgemäßen Anforderungen zu verbinden. Marc Schütz’ Redesign inspirierte uns, seine Interpretation der Kabel für unsere Schriftanalyse herauszugreifen.

Im Gesamten umfasst unsere Analyse drei Bücher. Jedes behandelt ein Thema: Das erste Buch setzt sich dabei mit Koch und seinem Leben auseinander. Der 1876 in Nürnberg geborene »Meister der Offenbacher Werkstatt«, wie er würdevoll schon zu Lebzeiten genannt wurde, ließ Schrift zum Ausdruck des Inhalts werden. Deshalb wird er auch heute noch für seine Handschriften, Schriftblätter und Schriftteppiche bewundert. Im Jahre 1906 führte ihn die Entdeckung, mit einer Breitfeder Druckschriften niederzuschreiben, zu der damaligen Rundhardschen Schriftgießerei (später Klingspor). Diese wurde von Karl Klingspor geführt. Die fruchtbare Zusammenarbeit wird im zweiten Teil unserer Arbeit dargelegt.

Der wesentliche Anlass unserer Studie wird im dritten und letzten Buch veranschaulicht – die Geschichte der Kabel, die sorgfältige Untersuchung ihrer Buchstaben und Ziffern sowie ihre Anwendungsmöglichkeiten. Das abschließende Interview mit Marc Schütz komplettiert das Buch.

Unser Buch ist modern gestaltet und weist zugleich den nötigen Werkcharakter auf – unterstrichen durch selbstgefertigte Siebdrucke. Jedes einzelne Buch besitzt dabei eine eigene Grafik und kann für sich alleine stehen.

Fotos: Sybille Schmitz, Text: Katharina Hengster und Victoria Eckl
Visualisierung (1. Semester): Sarah Huber

Sarah Huber faltet in ihrer Visualisierung des Themas »Stadt anders sehen« Papierobjekte mit typografischen Texten. Ein weißes Quadrat bildet den Rahmen für jedes Objekt und umschließt die schwarze Grundfläche der Besiedlung.

So ist die Einöde, an den russischen Avantgardisten Kasimir Malewitsch erinnernd, ein schwarzes Quadrat. Das Gehöft wird durch ein kleines dreidimensionales Papierdreieck repräsentiert. Das Dorf, die Stadt und schließlich die Metropole nehmen sowohl an Komplexität und als auch typografischer Vielfalt zu.

Entstanden sind so fünf Objekte, die sich aus einem einfachen Grundprinzip heraus organisch zu einer anschaulichen Reihe entwickeln. Hohe Abstraktion, und dabei höchst vergnüglich.

Fotos: Marina Scalese
Grafische Zeichen (2. Semester): Ken Jatho, Antonia Hentschel
Ein neues Erscheinungsbild für das Haus der Musik

Die Poster- und Logo-Gestaltung zeichnet sich durch runde Formen und Kreissegmente aus. Diese symbolisieren Tonmodulation sowie Schallfrequenzen, die aus dem Haus der Musik in die Welt dringen. Auch ein Bezug zur »runden« Schallplatte, von der Schellackplatte über das Vinylzeitalter bis zur Compact Disc, kann in der Gestaltung wiedergefunden werden. Die abstrahierten Formen bilden im geordneten Zusammenspiel organische Muster, die themenbezogenen Kontext haben und durch entsprechende Farbgestaltung eine spannende Wirkung mit viel Assoziationsspielraum für den Betrachter erzielen.

Editorial Design (3. Semester): Antonia Aschenbrenner

Das Gefühl der Langeweile dürfte wohl jeder schon einmal erlebt haben. Sie ist unglaublich zäh, vereinnahmend und wird von den meisten Menschen als negativ wahrgenommen. Doch wenn ich an meine Oma denke, wie sie vor ihrem Hof auf einer Bank in der Sonne saß, dann sehe ich kein gelangweiltes Gesicht, sondern ein zufriedenes. Sie suchte in der Hektik des Alltages die Entspannung, wohingegen wir die kurzweilige Ablenkung suchen – etwa am Smartphone, überall und jederzeit. Wir haben es verlernt uns richtig zu langweilen, wir haben verlernt in einem Moment zu verweilen.

Im Zuge dieser Arbeit ist ein Bildband entstanden, der sich in Form von Fotografien und geschriebenem Wort mit dem Paradoxon Langeweile beschäftigt.

Fotos: Antonia Aschenbrenner
Typografie (2. Semester): Silvia Rädermacher
Buchgestaltung: Typografie in der Weimarer Republik (1918–1933), Beitrag 2

Die Idee »mit einer Rundschriftfeder eine Druckschrift« (1903) zu schreiben, veränderte den Werdegang von Rudolf Koch (1876–1934) maßgeblich. Das Leben des gebürtigen Nürnbergers selbst war bis dato von Entbehrungen geprägt: Koch wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, erledigte Gelegenheitsarbeiten im Buchgewerbe, war zwar kunstbeflissen, verfügte jedoch über keine anerkannte Ausbildung. 1906 meldet er sich auf die Anzeige von Karl Klingspor – Leiter der berühmten Gießerei Klingspor in Offenbach, ehemalige Rudhardsche Gießerei –, der das Talent des »erleuchteten Amateurs«* erkennt und ihn über 30 Jahre, bis zu seinem Tod im Jahr 1934 beschäftigt.

Koch mag für heutige Augen stark polarisieren – faszinierend in Schreibkunst und Schriftschaffen und zugleich irritierend, bezogen auf die aus dem ersten Weltkrieg resultierende, fast fanatische Religiosität. Kochs enorm ausdrucksstarke Schriftarbeiten und Kalligrafien hatten meist religiösen Inhalt; sie waren ihm selbst »Gottesdienst«**.

Sein enormer künstlerischer Beitrag besteht in der Weiterentwicklung der Fraktur, der er neue Strenge und Würde verleiht. Koch selbst gilt als »Meister der geschriebenen Schrift«, die meisten seiner bei Klingspor erschienen Schriften wurden »aus dem Vorgang des Schreibens« entwickelt. Zu nennen wären hier etwa Kabel, Koch Antiqua, Maximillian Gotisch, Wilhelm Klingspor Schrift, Neuland, Peter Jessen Schrift, etc.

Silvia Rädermacher hat ihr Büchlein dem Lebenswerk dieses eigenwilligen Meisters gewidmet. Ihr Buch selbst ist dabei spielerisch komponiert, enthält alle Fakten zum Œuvre und Werdegang. Das Werk Kochs im Anhang ist in würdevoller Strenge präsentiert. Sehenswert!

Fotos: Marina Scalese
* Bertram, Axel: Das Wohltemperierte Alphabet. Eine Kulturgeschichte, Leipzig, 2004, S.108 
** ebenda.
Visualisierung (1. Semester): Ingrid Trojer

Eine im wahrsten Sinne feurige Gestaltung hat Ingrid Trojer mit ihrer Musikvisualisierung des Kraftwerkklassikers »Boing Boom Tschak« kreiert. Das Objekt, das aus Hunderten von eingefärbten Zündhölzern besteht, die in akribischer Kleinstarbeit eingefärbt wurden, bildet die Wörter »Boing Boom Tschak« in knallig bunten Farben. Entsprechend den der Comicwelt entlehnten, lautmalerischen Begriffen ergeben die Streichhölzer Sprechblasen. Die Reliefhaftigkeit der unterschiedlich gesetzten Streichholzköpfe unterstreicht die Plastizität und verstärkt die an Roy Lichtenstein erinnernde poppige Ausdruckskraft. Bei der mehr als mühevollen Arbeit wurde Ingrid Trojer von ihrem jüngeren Bruder unterstützt, der sich eine dafür anerkennende Erwähnung wünschte – hiermit geschehen!

Alles in Allem mehr als gelungen.

Fotos: Sybille Schmitz