Stehsatz

Sofia Wittman
Bleistaz 1: Einzelblätter zum Thema »Freiheit«
Typografische Textstudien und Satzexperimente

»Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.« (Perikles, 5. Jhr. v. CHR.)

Freiheit, was ist das? Ein Wert, ein Abstraktum, ein Gefühl. Sie exisitiert in vielen Formen: beispielsweise die geistige Freiheit, die gestalterische Freiheit, die freie Seele, die Vogelfreien, die Handlungsfreiheit, die Freiheitsstatue, der Freiraum. Freiheit bedeutet im Wortsinn »ohne Zwang entscheiden zu können«. Freiheit wurde schon in den Wäldern (Thoreau) gesucht, aber auch in hohlen Gassen (Schiller) erzwungen. Gedanken sind frei. Oder doch nicht?

Aber gerade diese Freiheit ist eben auch ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Vielmehr fürchten wir uns oft vor allzu grosser gestalterischer Freiheit und ziehen ihr engmaschige Raster vor, die eben genau dieses Privileg, frei entscheiden zu können, einschränken.

Im Kurs Bleisatz 1, begleitet von unserem Druckermeister Günter Westermaier und mir, haben sich nun die Studierenden Antonia Aschenbrenner, Silvia Rädermacher, Marina Scalese, Christin Warncke und Sofia Wittmann mit unserem Semesterthema »Freiheit« auseinandergesetzt. Entstanden ist dabei ein buntes Potpourrie an Einzelblättern, das sich dem Thema spielerisch annähert. Skurril zusammengestellte Einzellettern diverser Schriften, umfunktioniertes Unterbaumaterial und Plakatschriften aus Holz dienten dabei als Material. »Es lebe die Freiheit!«

Fotos: Sybille Schmitz
Freie Schriftarbeit (1. Semester): Antonia Aschenbrenner

Mit breiten Markern und spielerischer Leichtigkeit komponiert Antonia Aschenbrenner ihre Kalligrafie-Blätter. Starke Wechselzüge, freie Schwünge und lockere Reihungen lassen ein interessantes Schriftgeflecht bis hin zur radikalen Verdichtung erwachsen. Die Lesbarkeit der Schrift geht mit zunehmender Verdichtung zu einem die eigentliche Rhythmik der Kalligrafie visualisierenden Gewebe über. Paradoxerweise tritt beim Betrachter der Wunsch, die Sätze Wort für Wort zu entziffern in den Hintergrund und überlässt dem reinen Empfinden des harmonischen Gesamteindrucks den Vortritt. Das Ergebnis sind zwei beeindruckende Studien.

Fotos: Janina Engel
*30.11.1933 – † 03.06.2018
»Zum Andenken an unseren Mentor Peter Gericke – Schriftkünstler, Lithograf, Typograf & Freund«

Eine »karge Auswahl« an Klingsporlettern war im September 2011 der Auslöser einer für mich persönlich wie auch für die Werkstatt schicksalhaften Begegnung. Die Handvoll Lettern, die ich auf dem Obermenzinger Flohmarkt zusammen mit allerlei Gerümpel darbot, sind Peter Gerickes Adleraugen nicht entgangen, sie haben seine Neugier geweckt, es entspann sich sogleich ein Gespräch und unverhofft war ein Kontakt hergestellt, der fortan prägend sein sollte.

Bald war Peter Gericke mein Mentor, der auf schier unerschöpfliches Wissen zurückgreifen konnte, charmanter Ratgeber und nicht zuletzt war er mit seiner ansteckenden Begeisterung ein entscheidender Antrieb in der schwierigen und von viel Unsicherheit begleiteten Phase der ersten Werkstattjahre. Elementarer Teil seiner unbedingten Hingabe an die Sache war auch, dieses Wissen mit Freude weiterzugeben. So gab er bereits zwei Monate, nachdem wir uns getroffen hatten, seine ersten Kurse an der MD.H.

In seinem Initialenkurs etwa verfolgten die Studierenden des digitalen Zeitalters staunend den langen Weg vom Entwurf der Initiale bis hin zum fertigen Druckwerk auf der Handpresse. Der Schriftlithograf ließ dabei die Studierenden frei, also zunächst ohne restriktive Vorgaben arbeiten. Durch systematische Variation, gezielte Korrekturen und zahlreiche immer wieder verworfene Ideen, fanden viele sanft geleitet ihre ganz individuelle, eigene Ausdrucksform. Meister Gericke nahm sich dabei stets die notwendige Zeit, ohne, wie es in der heutigen höchst arbeitsteiligen Welt notwendig scheint, in Zeitfenstern gedrängt zu agieren. Er ließ keine Frage unbeantwortet, die Sache an sich, die Qualität des Ergebnisses waren das Maß der Dinge, das Maß des Tuns. Eine im allerbesten Sinne »altmodische« Einstellung.

Zudem hatte der stets charmant, mit Haltung auftretende Meister immer anregende und heitere Anekdoten zu erzählen aus seinem Leben, das stets geprägt durch Schrift, Sprache und – damit verbunden – Typografie war. So wurde also in den Kursen des bald 80-jährigen Lehrers und der jungen Studenten vergnügt gezeichnet, ausgelassen gelacht und angeregt parliert, was jeden Kurstag zu einem Erlebnis machte und darüberhinaus eine wunderbare Sammlung an Initialen hervorbrachte – selbstverständlich meisterlich korrigiert.

Peter Gericke unterstützte uns in den vielfältigen Belangen der Handsatzwerkstatt. Nicht selten war er dabei der Retter, stets zur rechten Zeit herbeieilend, das fehlende Achtel ergänzend und, nur sanft tadelnd, die Schieflagen gerade rückend. So ergänzte er zum Beispiel im Jahre 2014 bei der Weihnachtsaktion etliche fehlende Buchstaben der Plakatschrift  – indem er kurzerhand neue Lettern von Hand schnitt.

Zusammen organisierten wir eine Menge an Schriften und Werkstattausstattung, stets unterstütze er bei deren Evaluation sowie Transport und sorgte so für den heutigen, beachtlichen Bestand.

Sieben Jahre unterrichtete Peter Gericke an der Mediadesign Hochschule und begeisterte mit seiner Menschlichkeit, seiner Geduld, seinem enormen Können in Schriftgestaltung, Handsatz und Druck. Er war die gute Seele unserer Werkstatt. Sein Motto »Ich halte nichts davon, alles für mich zu behalten, dann geht es verloren« ist uns nunmehr Verpflichtung, die Fackel weiter zu tragen.

Am 3. Juni 2018 ist Peter Gericke nach langer Krankheit zu Hause gestorben – ein einzigartiger Mensch, ein beseelter Lehrer, ein wahrer Meister. Er wird uns fehlen. Er fehlt uns schon jetzt. Danke für alles!

Stimmen von Kursteilnehmenden

»Es fällt mir schwer auszudrücken, wie sehr ich es schätze, Herrn Gericke kennengelernt zu haben, ohne dabei pathetisch zu klingen. Egal ob in Venedig auf Studienreise mit beindruckender Kondition oder als unser Lehrmeister bei verschiedenen Kursen an der Hochschule: so zurückhaltend und leise er mit uns Studierenden dabei auch sprach, jeder Satz und jeder Strich mit dem Bleistift waren von höchster Präzision und lehrte uns Demut und Respekt vor seiner Geduld, Erfahrung und seiner großen Klasse als Schriftlithograf. Herr Gericke wird uns fehlen.« (Jakob Kreitner)

»Es brachte ihm stets Freude und Erfüllung mit kreativen und eifrigen Menschen (Studenten) zusammenzuarbeiten. Ich habe viel von ihm gelernt und werde die Zeit mit ihm in Erinnerung halten.« (Dani Ibler)

»Herr Gericke, wie ich ihn in Erinnerung behalte. Ein Mann der Schrift und der Heiterkeit. Vertieft im Wesen der Buchstaben, wohlgelaunt und geduldig. Neugierig, dem Leben zugewandt und heiter beteiligt am Schaffen vieler junger Studenten. Möge er noch lange im Geiste diesen Einfluss auf unser Bewusstsein ausüben. Danke vielmals Herr Gericke.« (Paul Kistner)

»Herr Gericke, Sie sind kein Mann der großen Worte. Dafür aber ein Mann der großen Taten und mit einem großen Herzen. Bis zum Schluss, waren Sie stets bemüht Ihrer Leidenschaft und Berufung der Schriftkunst nachzugehen und diese jungen Menschen wie uns zu vermitteln. Dafür möchte ich Ihnen danken.« (Tatjana Medvedev)

Fotos: Jakob Kreitner, Sybille Schmitz
10 Zeichen für die Meister des Bauhauses – anlässlich des Jubiläums im kommenden Jahr
Umsetzung im Siebdruck: Antonia Aschenbrenner, Thomas Fäckl, Marcel Heß, Benedikt Hörmannsdorfer, Sakuya Miesczalok, Marina Scalese, Florian Kiefer, Magdalena Stricker, Stephanie Moll, Sofia Wanda Wittmann

Das Bauhaus – heute weltbekannte Kunstschule und international maßgeblicher Wegbereiter der Moderne wurde 1919 durch den Architekten Walter Grophius in Weimar gegründet. Kunst, Handwerk und Industrie sollten – so der Gedanke – eine Einheit bilden. Eine ganze Reihe prominenter und facettenreicher Persönlichkeiten lehrte und experimentierte hier, es entstanden richtungsweisende Gestaltungsprinzipien, die bis heute das Denken in Industriedesign, Architektur und Gestaltung prägen. 2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses zum 100. Mal. Dies sollte uns Anlass sein, die Gestaltungshochschule selbst ebenso wie seine herausragenden Köpfe zu würdigen. Neben den großen, sehr bekannten Namen wie Lásló Moholy Nagy, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Lionel Feininger, Oskar Schlemmer und Paul Klee gab es eine Vielzahl heute namentlich weniger bekannter, aber nicht minder interessanter MeisterInnen, WerkstattleiterInnen und Lehrer sowie mit ihnen verbundene Gestaltungslehren.

Die MD1017 hat nun für 10 ausgewählte Persönlichkeiten, diese waren nach Neigung wählbar, ein singuläres Zeichen entwickelt. Ein solches persönliches Zeichen erhalten haben dabei Gunta Stölzl (Weberei und Textildesign) – die erste Meisterin am Bauhaus, Karla Grosch (Gymnastiklehrerin, legendäre Mitwirkung in Bühnenaufführungen), Joseph Albers (Apologet dieses Geistes auch über die Zeit des Bauhauses hinaus im Blackmountain College in den USA), Herbert Bayer, Paul Klee, Wassily Kandinsky, der Fotograf Walter Peterhans, Fritz Kuhr (bekannt durch die Zusammenarbeit mit Klee), Johannes Itten und Oskar Schlemmer.

Die so entwickelten grafischen Zeichen wurden am 14. Mai in der Münchner Silberfabrik unter tatkräftiger Anleitung von Sarah Braconnier von den Studierenden gedruckt. Dafür mussten Siebe belichtet, ausgewaschen, getrocknet, Formen und Stand genau eingepasst und schließlich eine kleine Auflage eigenhändig gedruckt werden.

Ebenso wie im Buchdruck ist auch beim Siebdruck, einer Schablonendrucktechnik, sehr exaktes und äußerst sauberes Arbeiten unabdingbar. Um die Standgenauigkeit zu erreichen muss eigens eine Anlage gebaut werden. Größte Herausforderung war dabei das dreifarbig angelegte Motiv für Paul Klee, eine mutige Aufgabe, die Florian spielend zu meistern vermochte.

Jener Tag, an dem wir die Technik des Siebdruckes erproben durften, war für uns alle bereichernd und beflügelnd zugleich.

Die dabei entstandenen Motive selbst sind ebenso facettenreich wie die Persönlichkeiten des Bauhauses, und die Resultate geben wiederum die Persönlichkeiten meiner Studenten wieder, ihre Neugier, ihre Experimentierlust und ihre Kreativität. Alles in allem: sehenswert!

Fotos: Sybille Schmitz
Bachelorarbeit: Sara Donati
Mimikri – Mensch und Tarnung

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Sara Donati mittels fotografischem Experiment inwieweit sich der Mensch im Stadtraum tarnen kann, also optische Verbindungen mit modernen urbanen architektonischen Strukturen bis hin zur gänzlichen Verschmelzung eingehen kann. Ihre Versuche führte sie an unterschiedlichen Orten in München – dem Brandhorst Museum, der BMW Welt, der Herz-Jesu Kirche sowie diversen U-Bahn Stationen – durch. Entstanden ist eine grafisch sehr reizvolle, aber auch skurille Fotoserie, die die achtlos hetzenden Stadtmenschen durchaus zu neuer Aufmerksamkeit, ja vielleicht zu erfrischendem Mißtrauen dem Alltag gegenüber anregen kann.

Schrift (1. Semester): Marina Scalese

Ihre ersten Schriftübungen zur »Capitalis Quadrata« verziert Marina Scalese gekonnt mit einem kunstvollen, handgezeichneten Initial-A. Filigrane Formen, kraftvolle wie feine Schwünge kennzeichnen das detailverliebte wie formschöne Zeichen. Stark historisierend, wie aus einer anderen Zeit, auf dünnem, gelblichem Büttenpapier angelegt, mit eigens gezeichnetem Zierrahmen bildet dieses Initial den harmonischen Ausgleich zur statischen Versalschrift »Capitalis Quadrata«. Gelungen.

Fotos: Janina Engel
Werkschau der MD.H München

Die alljährliche Werkschau findet heuer am Mittwoch, den 7. März, wie stets in den Räumlichkeiten der MD.H München statt.

In den zurückliegenden Wochen haben die Studierenden des Fachbereichs Media Design Josef-Joachim Schuster, Janina Engel, Jan-Marc Zublasing, Nico Janson, Thomas Fäckl, Tanja Aigner und meine Wenigkeit beharrlich und doch inspiriert geschuftet: Es wurden Plakate entworfen, Einladungen gestaltet, eine Postkartenserie entworfen und auch ein Foto-Shooting organisiert. Letzteres haben die engagierten Fotografen Jan und Nico mit studentischer Begeisterung und professioneller Routine organisiert und umgesetzt. Die Plakatserie zur Werkschau stammt von Josef-Joachim Schuster.

Insgesamt kann sich das Ergebnis, das in diesem Jahr alle Fachbereiche portraitiert, mehr als sehen lassen – und es sollte von Interessierten gesehen werden! [Werkschau 2018, Webseite, Adresse: MD.H, Claudius-Keller-Straße 7, 81669 München, Öffnungszeiten: 10:00–14:00 Uhr, 18:00–22:00 Uhr]

Ich danke an dieser Stelle dem Team für den enormen Einsatz.

50 Gebote und eine Hommage an Georg Trump
Typografie 2: Tanja Aigner, Miriam Ellwanger, Anica Friedrich, Fabian Gürlebeck, Melanie Knappe, Tim Kubitz, Sarina Mödinger, Carina Rückerl, Lukas Sammetinger, Josef-Joachim Schuster

Der Kurs Typografie 2 gliedert sich in die Aufgabenbereiche Variation, dem gestalterischen Erproben vorgegebener Rasterstruktur sowie schlußendlich der selbstständigen inhaltlichen und gestalterischen Entwicklung eigener Satzspiegel- und Rasterstrukturen.

Zum Abschluss standen die Teilnehmer des Kurses diesmal vor der Aufgabe, gemeinsam ein Buch zu gestalten, vorab dafür zum Thema zu recherchieren, Layoutkonzepte zu entwickeln und dann zu einem vorzeigbaren Werk zu vollenden. Das von mir vorgegebene Thema war, den renommierten, am Ende des vergangenen Jahrhunderts verstorbenen Schriftgestalter Georg Trump zu porträtieren, sowie einen Einblick in dessen Arbeit zu gewähren.

Nachdem der Kurs begriffen hatte, dass es bei Trump nicht um den amerikanischen Präsidenten geht, haben die Teilnehmer eifrig recherchiert, in mehrwöchiger Arbeit ein Buch geschrieben und gestaltet, das sein Lebenswerk resümiert und würdigt. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Trump Mediäval, die der Schriftgestalter selbst als seine beste Arbeit betrachtete.

»Charakter ist nötig um Charakter zu schaffen«, schrieb Phillip Luidl über das Ausnahmetalent Georg Trump, der heute weitgehend nur noch Fachleuten bekannt ist. Die entstandenen Arbeiten hat der Kurs letzte Woche präsentiert und dabei Charakter bewiesen!

 

 

Analyse der Univers
Schriftanalyse (2. Semester): Nico Janson, Minh Nguyen, Jan-Marc Zublasing

»Schrift ist wie ein Löffel, wenn ich mich am Abend an die Form des Löffels erinnere, mit dem ich Mittag meine Suppe gegessen habe, dann war es eine schlechte Löffelform.« Adrian Frutiger [Frutiger zitiert nach Osterer, Heidrun / Stamm, Philipp: Adrian Frutiger, Schriften das Gesamtwerk, Birkhäuser, Basel 2014)

Nico Janson, Minh Nguyen und Jan-Marc Zubalsing haben sich in ihrer Schriftanalyse der Univers gewidmet. Die Schrift, die 1953 von Frutiger begonnen und 1957 bei Deberny & Peignot veröffentlicht wurde, hat auch heute, fast 60 Jahre später nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. Zeitlos, unaufdringlich sowie klar differenzierbar in Duktus und Form ist sie Inbegriff Frutiger’scher Lesefreundlichkeit. Zudem verfügt sie über ausreichend unterschiedliche Gewichte (Schnitte), um den Bedürfnissen des modernen Kommunikationsdesigns gerecht zu werden.

Frutigers’ Zitat prägt die beiden Büchlein der Studierenden, die herrlich klassisch, schlicht und weitgehend unaufgeregt im schmalen Hochformat  gestaltet sind und so den Charakter der Univers Condensed — Hauptschrift im Mengensatz – zur Wirkung bringen. Dabei widmet sich ein Buch der Person, das andere der Schrift an sich.

Besonders hervorzuheben ist der Nachruf (im Original von Eric Spiekermann), den die Studierenden im Beisatz mit Hingabe, akribischer Genauigkeit im klassischen Satz gesetzt haben – ganz in unaufdringlicher Frutiger’scher Manier .

Fotos: Nico Janson
Spielerische Experimente
Typografie (2. Semester): Joseph Joachim Schuster

Joseph Joachim Schuster wählte zwei von 10 typografischen Geboten Kurt Weidemanns aus und nahm sie als Material für spielerische, vielfältige und höchst vergnügliche typografische Experimente. Hierfür nutzt er diverse gestalterische Mittel, etwa das der Reduktion, der Codierung, und der Raumaufteilung. Das Ergebnis ist eine wahrhaft gelungene Serie von Einzelblättern, die die schier unerschöpfliche Fülle an typografischen Möglichkeiten und Experimentierfeldern sichtbar macht.