Stehsatz

Katharina Lutz hat in ihrer Entwurfsreihe 100 rein typografische Gestaltungen geschaffen, die das jeweiligen Zitat untermauern oder auch konterkarieren.
Typografie (2. Semester): Katharina Lutz

Das systematische, experimentelle Erproben der Anordnung von Schrift, der Wirkweise von Weißräumen und Typen, das Spiel mit Satzformen und ihre Dekomposition sind wesentliche Methoden der typografischen Grundlagengestaltung.

Katharina Lutz hat in ihrer Entwurfsreihe 100 rein typografische Gestaltungen geschaffen, die das jeweiligen Zitat untermauern oder auch konterkarieren. Sie kombiniert dabei geschickt Schriften, spielt mit Positiv- und Negativräumen bis hin zur vollständigen Dekonstruktion von Zeichen und Satzfolgen, kurz: sie spielt recht virtuos auf der Klaviatur der Typografie.

Grafische Zeichen (2. Semester): Larissa Laurentzi
Entwurfsreihe für das Münchner Marionettentheater

Thema der Arbeit der Studentin Larissa Laurentzi ist der visuelle Auftritt einer Kulturinstitution, in diesem Fall des renommierten und traditionsreichen Münchner Marionettentheaters.  Der Entwurf entwickelt aus dem für das Marionettenspiel typische Bild sich kreuzender, dünner, sich an die Senkrechte anlehnender Fäden ein abstraktes M, das als Logo fungiert. Kombiniert im farbfrohen Spiel der Töne Türkis, Magnat, Lila, Rot und Schwarz entsteht eine klare, abstrakte grafische Sprache, die sich aus dem Zeichen – also dem abstrahierten Buchstaben M – und dessen Neuarrangement bzw. Vervielfältigung selbst ergibt.

Neben etlichen Anwendungen der Geschäftsausstattung entsteht eine spielerische Plakatreihe, die das Logo zu interessanten grafischen Strukturen verbindet. Die Farben dienen zur Strukturierung des Angebotes hinsichtlich der Besuchergruppen.

Freie Schriftarbeit (1. Semester): Verena Sedlmeir

Die kalligrafische Arbeit von Verena Sedlmeir setzt das Lied bzw. die Lyrics von »Bad to the Bone« von George Thorogood kalligrafisch um. Der Text besteht aus kantigen, eng aneinander gereihten Versalien. Mit einem Pinsel sind diese auf zwei gleichgroße Keilrahmen aufgebracht, einmal positiv und das andere Mal negativ. Das kalligrafische Diptychon bringt die düstere Stimmung und die irritierende Wirkung, die nicht gänzlich dechiffrierbare Ausstrahlung des Songs und des Textes anschaulich zum Ausdruck.

Fotos: Verena Sedlmeir
Erscheinungsbild für das Münchner Marionettentheater
Grafische Zeichen (2. Semester): Katharina Lutz

Aufgabe war, den visuellen Auftritt einer Institution aus dem kulturellen Leben Münchens zu gestalten. Die Wahl fiel auf das Münchner Marionettentheater, das sich in einem pittoresken Gebäude in der Nähe des Sendlinger Tores befindet. Es gilt als erster fester Marionettentheaterbau der Welt und zählt im deutschsprachigen Raum zu den renommiertesten Puppentheatern. Seit 2000 hat der Puppenspieler, -bauer und -sprecher Siegfried Böhmke die Intendanz des Hauses inne. Die gespielten Stücke sind vor allem Märchen, Opern, Operetten, sowie Weihnachtsstücke und Klassiker, mit denen sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene angesprochen werden.

Der Entwurf aus der Feder von Katharina Lutz stellt Kasperl Larifari ins Zentrum der Überlegungen. Ausgehend von der reduzierten Figur entwickelt sie eine abstrakte, moderne grafische Sprache. Die Herangehensweise an das Zeichen basiert auf Geometrisierung der Formen. Durch die Reduktion des Kopfes auf die wesentlichen Bestandteile entsteht eine schlichte Gestalt, die anschließend in geometrische Formen umgewandelt wird. Das entwickelte abstrakte Zeichen ergibt durch die Aufteilung in Einzelformen und mittels Zerlegung und Anpassung der Negativräume interessante Variationen und eine eigenständige Formensprache. Diese Experimente werden als Basis für die gesamte Zeichensprache des Theaters herangezogen.

Durch ihren maskenhaften Charakter passen sie sich spielerisch an die darstellende Kunst eines Theaters an. Dies taucht auch in Anwendungsbeispielen wieder auf. Die beiden harmonischen Hauptfarben Lila (Berry) und Blau unterstreichen einen märchenhaften Flair und auch das Spielerische der Marionetten. Entstanden sind eine Wort- und Bildmarke sowie etliche Anwendungen. Sehenswert!

Das Stehsatz-Magazin braucht dieses Jahr Starthilfe

Das Stehsatz-Magazin ist für die Studierenden des Fachbereichs Media Design in München oft die erste Möglichkeit, ihre Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit außerhalb des universitären Umfeldes zu präsentieren. Mit den Portraits weltweit renommierter Agenturen richtet es gleichzeitig den Blick hinaus in die Welt, es verbindet so die Phase des Erprobens im geschützten universitären Raum mit der Praxis eines international wirkenden Berufsfeldes.

Auch in diesem, vom Corona-Virus geplagten Jahr soll das Magazin realisiert werden. Dafür möchten wir hier höflichst um eine kleine Spende bitten. Sie können die Macher des Projektes über PayPal Moneypool mit einem frei wählbaren Betrag unterstützen – über diesen Link. (paypal.me/pools/c/8qDtQV1jYx). Jeder Cent hilft!

Fotos: Boris Braunstorfinger, Veronika Disl, Sybille Schmitz

Freie Schriftarbeit (1. Semester): Verena Schneider

Unter dem Titel »Freie Schriftarbeit« entstehen Alphabete bzw. Annäherungen an Typen/Schriften, auf experimentelle Weise und ohne weitere Vorgaben. Verena Schneider hat diese Freiheiten genutzt, um aus Holz verschiedenster Art, was Holzart, Form, Dicke etc. betrifft, zunächst einzelne Buchstaben und schließlich ein komplettes Alphabet zu formen. Dann wurden die Buchstaben in unterschiedlichen Farben gedruckt und zunächst ausgeschnitten, systematisch sortiert und wie in einem Schriftmuster alphabetisch arrangiert.

Im zweiten, experimentierfreudigeren Schritt finden sich einzelne Buchstaben ohne eigentliche Ordnung, in den kräftigen Farben Gelb, Orange und Schwarz durcheinander gedruckt.

Abschließend druckte Verena Schneider einen Auszug aus Mac Millers Song »God Is Fair, Sexy, Nasty« in Reihe auf vier Bögen.

Fotos: Verena Schneider
Visualisierung (1. Semester): Nikol Stancheva

In ihrer Visualisierung des Lebenszyklus – Geburt, Kindesalter, Adoleszenz, Erwachsenenalter, Greisenalter und Lebensende – erstellte Nikol Stancheva eine stimmungsvolle Fotoserie.

Sie griff dabei das sichtbarste Merkmal des Alters eines Menschen auf, dasjenige Organ, auf dem das fortschreitende Leben im wörtlichen Sinne Spuren hinterlässt: die Haut. Sie ist gewissermaßen die Leinwand des Schicksals, das von Beginn an darauf zeichnet ­– tatsächlich altert die menschliche Haut im Grunde von der Geburt an. Mit den Jahren wird die zunächst noch womöglich rosige Haut weniger elastisch, faltig, dünner, aber auch markanter.

Um eine grafisch adäquate Übersetzung dieses Prozesses als Visualisierung des Lebenszyklus zu schaffen hat Nikol Stancheva verschiedene Papiere auf unterschiedliche Weise gefaltet, zu einem Leporello verbunden und fotografisch inszeniert. Eine gute Idee ist oft verblüffend einfach und die Mittel dazu oft äußerst begrenzt, die Wirkung dann umso beeindruckender – sie entfaltet sich hier unmittelbar.

Fotos: Nikol Stancheva
Freie Schriftarbeit (1. Semester): Diana Hix Molinari

Diana Hix Molinari hatte sich zur Aufgabe gemacht, ein Alphabet aus händisch gezeichneten Schmuckinitialen zu entwickeln, die alle ihre ganz eigene Geschichte erzählen und sich doch zu einem harmonischen Ganzen fügen. Jedem Buchstaben liegen hier mehrere kleine Zeichnungen zu Grunde, die auf den ersten Blick gar nicht erfasst werden.

Die besondere Herausforderung dieses Konzeptes war, jeden Buchstaben als Ganzes klar erkennbar zu gestalten, obwohl auf eine Kontur bewußt verzichtet wurde. Die Zeichnungen, aus denen der konkrete Buchstabe besteht, sind direkt mit dem Initial verbunden. »Ananas«  für »A«, »Biene« für »B« usw. Manche dieser Zeichnungen sind in den Initialen, besser gesagt im Beiwerk etwa aus Blättern oder Ranken, »versteckt«. Der Betrachter, auf das Prinzip aufmerksam geworden, muss also wie in einem Wimmelbild genau hinsehen, um manche Bilder bzw. die Dinge darin erkennen zu können.

Als Beispiel, neben der oben erwähnten Ananas und der Biene, seien hier lediglich noch die Vögel bei der Initiale »V« genannt, die anderen sollen jedoch nicht verraten werden und dem aufmerksamen Betrachter, der konzentrierten Betrachterin überlassen werden.

Die Initialen wurden in schwarz/weiß handgezeichnet erstellt. Je nach Anwendung können später die einzelne Elemente der Initalen in der digitalisierten Variante auch gefärbt werden.

Visualisierung (1. Semester): Katharina Lutz
Die Aggregatzustände

Für eine Visualisierung der Aggregatzustände fest, flüssig und gasförmig sowie deren Übergänge wählte Katharina Lutz die Ausgangsform eines Kubus, der den Raum bzw. Rahmen darstellt. Die einzelnen Zustände nun sind jeweils mittels vier Ebenen aus Holz oder Plexiglas dargestellt und verbildlichen die Eigenschaften durch ihre Form, ihre Farbe, ihr Material und ihre Positionierung im Würfel.

Der Aggregatzustand »fest« findet sich dargestellt durch quadratische Ebenen, die klar übereinander angeordnet sind. Schwarz steht für Stabilität.

»Flüssig« ist repräsentiert durch dreieckige Ebenen, die vertikal eine Art Treppenform bilden, die der Dynamik stets nach unten fließenden Wassers entspricht. Die leicht transparente Farbe verdeutlicht, dass eine klare Flüssigkeit nicht wirklich greifbar ist, nicht mit Händen und auch nicht mit den Augen.

Der Zustand »gasförmig« ist mittels kreisförmiger Ebenen visualisiert, die übereinander, dabei versetzt und stufenförmig angeordnet sind. Die Abstände der Elemente sind hier am größten, entsprechend der gleichsam schwerelosen Verteilung eines Gases. Die Kreise ragen jeweils zur Hälfte aus dem Würfel, was erneut die Flüchtigkeit des Gases verdeutlicht. Die Transparenz des Plexiglases entspricht der Unsichtbarkeit des Gasförmigen.

Die Objekte, die die Übergange darstellen, sind durch eine Mischung der jeweiligen Elemente der reinen Zustände entstanden. Dem Betrachter der Objekte ist die Dekodierung der visuellen Mittel wohl am besten von den Urzuständen zu den Übergängen hin möglich.

Fotos: Katharina Lutz
Mitmach-Aktion in der Buchdruckwerkstatt der MD.H München

Am Mittwoch, den 11. März 2020, findet an der MD.H München die alljährliche Werkschau statt, bei der die Abschlußarbeiten der Studentinnen und Studenten präsentiert werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung und in Erwartung vieler neugieriger Besucher werden wir in der Buchdruckwerkstatt den Druck von Plakaten mit großformatigen Holzlettern zeigen.

Im Vorfeld haben wir, Eva Maria Oberauer, Verena Schneider und ich, die Buchstaben M*, D und H in 8 Konkordanz (das ist eine Größeneinheit: 1 Konkordanz = 48 Punkt) in den Farben Gelb, Magenta und Cyan – den klassischen Grundfarben des CMYK Spektrums – übereinander gedruckt. In diesem freien Spiel der Formen und Farben entstand nach jedem Druckvorgang ein neues, interessantes Zusammenspiel aus Farbmischung und Überlagerung.

Der letzte Druckgang, also das komplettieren des Plakates durch den Schriftzug »Werkschau 2020« kann von den Besuchern am Tag der Werkschau von 16 bis 17 Uhr eigenhändig an der FAG-Druckmaschine vorgenommen werden. Eva Maria Oberauer und Verena Schneider werden zugegen sein, die Arbeit mit Lettern und Duckmaschinen erläutern, Fragen beantworten und Hilfestellung leisten.

* Aus Ermangelung eines M in dieser Größe und Schrift haben wir geschummelt: wir mussten ein W umdrehen. Für Interessierte: Die MD.H  befindet sich in der Claudius Keller Straße 7, 81669 München
Fotos: Eva-Maria Oberauer, Verena Schneider, Sybille Schmitz