Stehsatz

Buchprojekt »Rockwell« – Eine Schriftanalyse
Typografie (2. Semester): Celina Hofmann, Michaela Kappes und Katharina Lutz
Buchprojekt »Rockwell« – Eine Schriftanalyse

Das Buchprojekt ist zum Einen eine tiefgreifende Analyse der »Rockwell«, darüberhinaus vermittelt es Hintergrundwissen, etwa zur Geschichte der Serifenbetonten Linear-Antiqua-Schriften, denen die Rockwell zuzuordnen ist, sowie Historisches über den traditionsreichen Schriftenhersteller »Monotype«, wo die Schrift Rockwell von Frank Hinman Pierpont entworfen wurde.

Das Buch sollte in seiner Gestaltung modern anmuten, wir wählten deswegen neben den Grundfarben schwarz (Schriftfarbe) und weiß (Seitenfarbe) den frisch wirkenden Farbton Grün — z. B. für Markierungen, Marginalien, auch für Kapitelanfänge. Transparenzseiten finden gelegentlich im Buch Verwendung und weisen ebenso grüne Zeichen auf.

Die umfangreiche Monotype-Historie, die untrennbar mit der Rockwell verknüpft ist, fassen wir in einem Zeitstrahl zusammen, womit ein schneller Überblick gewährleistet ist. Abbildungen begleiten die Leiste. Wichtig erscheint uns, dass die heute veralteten Druckverfahren und Prozesse der Schriftenentwicklung veranschaulicht werden.

Frank Hinman Pierpont wird in einem eigenen Kapitel gewürdigt, das seinen Werdegang und sein typografisches Wirken behandelt.

Fotos und Text: Celine Hofmann, Michaela Kappes, Katharina Lutz
Typografie (2. Semester): Katharina Lutz

Das systematische, experimentelle Erproben der Anordnung von Schrift, der Wirkweise von Weißräumen und Typen, das Spiel mit Satzformen und ihre Dekomposition sind wesentliche Methoden der typografischen Grundlagengestaltung.

Katharina Lutz hat in ihrer Entwurfsreihe 100 rein typografische Gestaltungen geschaffen, die das jeweiligen Zitat untermauern oder auch konterkarieren. Sie kombiniert dabei geschickt Schriften, spielt mit Positiv- und Negativräumen bis hin zur vollständigen Dekonstruktion von Zeichen und Satzfolgen, kurz: sie spielt recht virtuos auf der Klaviatur der Typografie.

Grafische Zeichen (2. Semester): Larissa Laurentzi
Entwurfsreihe für das Münchner Marionettentheater

Thema der Arbeit der Studentin Larissa Laurentzi ist der visuelle Auftritt einer Kulturinstitution, in diesem Fall des renommierten und traditionsreichen Münchner Marionettentheaters.  Der Entwurf entwickelt aus dem für das Marionettenspiel typische Bild sich kreuzender, dünner, sich an die Senkrechte anlehnender Fäden ein abstraktes M, das als Logo fungiert. Kombiniert im farbfrohen Spiel der Töne Türkis, Magnat, Lila, Rot und Schwarz entsteht eine klare, abstrakte grafische Sprache, die sich aus dem Zeichen – also dem abstrahierten Buchstaben M – und dessen Neuarrangement bzw. Vervielfältigung selbst ergibt.

Neben etlichen Anwendungen der Geschäftsausstattung entsteht eine spielerische Plakatreihe, die das Logo zu interessanten grafischen Strukturen verbindet. Die Farben dienen zur Strukturierung des Angebotes hinsichtlich der Besuchergruppen.

Erscheinungsbild für das Münchner Marionettentheater
Grafische Zeichen (2. Semester): Katharina Lutz

Aufgabe war, den visuellen Auftritt einer Institution aus dem kulturellen Leben Münchens zu gestalten. Die Wahl fiel auf das Münchner Marionettentheater, das sich in einem pittoresken Gebäude in der Nähe des Sendlinger Tores befindet. Es gilt als erster fester Marionettentheaterbau der Welt und zählt im deutschsprachigen Raum zu den renommiertesten Puppentheatern. Seit 2000 hat der Puppenspieler, -bauer und -sprecher Siegfried Böhmke die Intendanz des Hauses inne. Die gespielten Stücke sind vor allem Märchen, Opern, Operetten, sowie Weihnachtsstücke und Klassiker, mit denen sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene angesprochen werden.

Der Entwurf aus der Feder von Katharina Lutz stellt Kasperl Larifari ins Zentrum der Überlegungen. Ausgehend von der reduzierten Figur entwickelt sie eine abstrakte, moderne grafische Sprache. Die Herangehensweise an das Zeichen basiert auf Geometrisierung der Formen. Durch die Reduktion des Kopfes auf die wesentlichen Bestandteile entsteht eine schlichte Gestalt, die anschließend in geometrische Formen umgewandelt wird. Das entwickelte abstrakte Zeichen ergibt durch die Aufteilung in Einzelformen und mittels Zerlegung und Anpassung der Negativräume interessante Variationen und eine eigenständige Formensprache. Diese Experimente werden als Basis für die gesamte Zeichensprache des Theaters herangezogen.

Durch ihren maskenhaften Charakter passen sie sich spielerisch an die darstellende Kunst eines Theaters an. Dies taucht auch in Anwendungsbeispielen wieder auf. Die beiden harmonischen Hauptfarben Lila (Berry) und Blau unterstreichen einen märchenhaften Flair und auch das Spielerische der Marionetten. Entstanden sind eine Wort- und Bildmarke sowie etliche Anwendungen. Sehenswert!

Visualisierung (1. Semester): Sarah Janson
Plakatreihe zu Gotye – »Somebody that I used to know«

In vier Plakaten wurde der Song »Somebody that I used to know« von Gotye visualisiert. Dargestellt werden ein Metabild sowie drei Teilabschnitte. Die zu einem Muster zusammengesetzten Balken geben die Rhythmik des Liedes wieder, wobei hier die breiten, tiefen Balken bzw. die hohen, schmalen Balken die männliche bzw. weibliche Stimme repräsentieren. Die Plakate wurden in drei Farbvarianten zu einer harmonischen Reihe umgesetzt.

Das erste Plakat zeigt den Song als stimmiges Ganzes, im zweiten wird der Rhythmus des Liedes und der Gesang von Gotye, im dritten die hohe Tonlage der Sängerin Kimbra durch schmale Balken visualisiert. Das letzte Plakat stellt das Zusammenspiel der beiden Stimmen sowie das abrupte Ende des Liedes dar. Erst im Zusammenspiel aller vier Plakate ergibt sich sowohl der Songtitel wie auch die Gesamtheit aller Schichten oder Perspektiven dieses sentimentalen Popsongs.

Obwohl er von Verlust und Trennungsschmerz handelt, evoziert das Anhören paradoxerweise eine selig-beschwingte Stimmung, was Entsprechung in belebenden Farbkombinationen findet.