Stehsatz

Arbeit von Clara Baber zu Kurt Schwitters
Typografie kann unter Umständen Kunst sein
Typografie (2.Semester): Clara Baber

»Typografie kann unter Umständen Kunst sein«, so lautet die erste von 10 Thesen von Kurt Schwitters, die er 1924 in der Ausgabe 11 seiner MERZ-Hefte veröffentlichte. Eine gewagte These, die die Fachwelt heute noch ebenso wie damals spalten dürfte, da die Typografie doch ein festes Regelwerk darstellt, ein System, das dem Leser dient, ohne formale Spielerei auskommt und nicht eigenmächtig auftreten will.

Clara Baber hat mit ihren Versuchsreihen eindrucksvoll gezeigt, dass Typografie und Kunst durchaus vereinbar sind. Sie hat es geschafft, besagte »Umstände« zu bewerkstelligen, in denen das Werkzeug Typografie die zugedachten Sphären zu verlassen und in den Bereich der Kunst einzudringen vermag.  Spielerisch komponiert sie mit analogen, künstlerischen Druckverfahren Schwitters Thesen zu mutigen Plakaten im Stempel-, Faden-, Papier- und Handabdruck. So entstehen virtuose, gestalterische Kleinode. Höchst sehenswert, denn Clara Babers Plakate sind augenscheinlich Kunst!

Interesse wecken

Die Besucher der Messe »KreARTiv« im MVG Museum, einem Forum für »zeitgenössische Kunst und Handwerk«, dürften nicht wenig gestaunt haben, als dort ein paar junge Studierende – entgegen der Klischees von Jugendlichen mit einer Aufmerksamkeitsspanne von 5 Sekunden – nichts von Social Media Apps und Videospielen zu erzählen hatten, sondern ihnen die alte Kunst des Handsatzes näherbringen wollten. Nach mehrwöchiger Vorbereitung war es nämlich soweit und zwischen alten Münchner Trams und U-Bahnen wurde für ein Wochenende eine kleine Druckwerkstatt am Stand der officin albis von Werner Hiebel aufgebaut. Sechs unterschiedliche Weihnachts- und Neujahrskarten hatten die Studierenden entworfen, gesetzt und im Voraus schon gedruckt, gefalzt und zugeschnitten, doch damit nicht genug, auch live vor Ort wurde noch fleißig weitergearbeitet.

Die Karten wurden mit den im Lasergravurverfahren erstellten Klischees der Bachelorarbeit von Sophie Wagenknecht kombiniert, Interessierte durften zusehen wie frische Abzüge der Karten gedruckt wurden, wie spontan mit der Handwalze ein Irisdruck vorbereitet wurde und einige motivierte Besucher versuchten sich selbst darin ihren Namen zu setzen und konnten dann ihre individuell gestalteten Karten mit nach Hause nehmen. 

Fotos: Jakob Kreitner, Werner Hiebel, Sybille Schmitz
Ein studentisches Projekt der MD.H München

Es herrscht Betriebsamkeit in unserer Druckwerkstatt: Seit Tagen wird skizziert, unterbaut, gesetzt, gedruckt, bisweilen geflucht, nachjustiert und schließlich vollendet. Die Media Design-Studierenden Jakob Kreitner, Dani Ibler, Nico Janson und Thomas Fäckl bereiten sich, bewaffnet mit einer »Nudel« (das ist eine kleine Abzugspresse), auf ihren Besuch der Handwerksmesse vor. Das kleine Grüppchen an Studierenden darf in diesem Jahr eigens gestaltete Karten zum Jahreswechsel unter der Ägide von Werner Hiebel von der officin albis an seinem Stand bei der KreARTiv am 27. und 28. Oktober in München zum Druck anbieten.

Dies hat einigen Ehrgeiz geweckt, auch deshalb, weil man Werner Hiebel, bekannt für seine erlesenen Bücher im Handsatz, begleiten darf. Und so staune ich nicht schlecht über das bunte Potpourri an Illustrationen und Textarbeiten, die im Vorfeld entstanden sind. Dabei sollen die Messebesucher einen Einblick erhalten, wie eine Druckform aussieht, worauf es beim Drucken ankommt und selbstverständlich auch, dass eben dieses »Handwerk« eine formidable Kunst ist. Die Kartenmotive der Studierenden können am Stand selbst gedruckt werden. Zur Sicherheit ist im Vorfeld eine kleine Auflage gefertigt worden, damit das Ergebnis auch die gewünschte Qualität zeigt.

Bemerkenswert ist auch die Bachelorarbeit von Sophie Wagenknecht (Fakultät 6, Druck- und Medientechnik, HS-München), die aus unterschiedlichen Materialien in akribischer Arbeit diverse Klischees im Lasergravurverfahren erstellt und gedruckt hat. Ihre Arbeit ist auf dem Messestand ebenfalls zu begutachten.

Ein Besuch in der Ständlerstraße am Stand von Werner Hiebel in München ist für alle Handsatzliebhaber, Gestalter und die, die es werden wollen, wirklich lohnenswert!

Fotos: Jakob Kreitner, Sybille Schmitz
Stehsatz #4 – Ungewöhnliche Lösungen, Mut, Geschmacksrichtungen und Reisefieber

Pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2018/19 erscheint unser Magazin Stehsatz bereits in der vier­ten ­Ausgabe. Die Kernthemen des vergangenen Jahres rekapitulierend legen wir zugleich einen starken Fokus auf höchst aktuelle Entwicklungen in Schriftgestaltung und Typografie – so zum Beispiel Variable Fonts, Progressive Punktuation und Colourfonts, um nur einige Entwicklungen zu nennen.

Wenig verwunderlich ist, dass der kreative Humus für viele ­neuartige Tendenzen in der Typografie in der altbewährten Tradition des Buchdrucks zu finden ist. So koppelt etwa Novotye aus Amsterdam digitale mit analoger Technik und überzeugt mit dem Schrift-Projekt Typewood.

Stehsatz #4 legt einen weiteren Themenschwerpunkt auf Internationalität und die damit verbundenen unterschiedlichen kulturellen Blickwinkel.

Unter der Rubrik Designerportrait haben uns Artiva Design aus Genua und Studio Mut aus Bozen einen Einblick in ihre Arbeit gegeben. Weit weg vom dolce far niente überzeugen beide Büros südlich der Alpen mit gehaltvollem, ungewöhnlichem, mutigem Design und machen enorm Lust auf den Beruf des Designers.

Fremde Schrift und Sprache, Designer und Studierende, Städteportraits aus Okzident und Orient sind enthalten. So zeigt uns Sandra Tammery im Reisetipp auf, warum Milton Glasers bekannter Slo­gan I love NewYork heute noch gültig ist. Dani Ibler berichtet von ihrer Praktikumszeit aus der Wüstenstadt Dubai. Und die Frage »was wurde ­eigentlich aus?« beantworten Kevin Kremer, Alumnus der MD.H und 2018 Masterabsolvent am Royal College of Art in London, sowie Hanna Rasper, die es nach Paris verschlagen hat.

Die Rubrik Bleisatz darf selbstverständlich nicht fehlen. Hier gibt es unter anderem typografische Textstudien und Satzexperimente zum Werk des Schrift­stellers Thomas Bernhard zu sehen.

Ein Nachruf auf Peter Gericke, der leider Anfang Juni nach langer Krankheit verstarb, findet sich auf Seite 66. Es ist der Versuch, seinen immensen Beitrag für unsere Druckwerkstatt, aber auch darüberhinaus für den Enthusiasmus, der hier bei der Arbeit entstand, mit Worten zu würdigen.

Abgerundet wird unser Magazin wie immer mit dem Showcase aus den Bereichen Visualisierung, Typogra­fie und Schrift.

Fotos: Thomas Mayrhofer
Henry David Thoreau, Walden 
Entwicklung einer komplexeren Drucksache

Der Autor und Philosoph Henry David Thoreau passt gut zum Semesterthema der Handsatz-Werkstatt – »Freiheit«. Zu Lebzeiten politisch relativ unbedeutend, gilt er heute als »Prophet des zivilen Ungehorsams« und diente Freiheitskämpfern wie etwa Martin Luther King oder Mahatma Gandhi als Vorbild. Thoreaus Buch »Walden« ist als Klassiker für ein »alternativeLeben« bzw. die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit bekannt. Der Autor kehrte 1845 der Zivilisation für zwei Jahre den Rücken und zog sich in die Wildnis und Einsamkeit an den Waldensee in Neuengland zurück. Seine Beobachtungen, die während dieser Zeit der Einsamkeit und Enthaltsamkeit entstanden sind, sind unvoreingenommen, scharfsinnig sowie mutig. Sie haben auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren und spiegeln die Sinnsuche des Menschen in einer immer rastloser werdenden Gesellschaft.

Im Handsatzkurs von Schriftsetzermeister Klaus Hanitzsch entstand nun unter akribischer Einzelarbeit eine Leseprobe im Format 135 x 210 mm, die alle klassischen Regeln der Buchgestaltung beachtet. Melanie Knappe, Thomas Fäckl und Jochen Schuster staunten dabei nicht schlecht, was es so alles an Kniffen und Regeln in der Buchtypografie gibt.

Register- sowie Zeilen in Schön- und Widerdruck zu halten ist an einer einfachen FAG Abzugspresse mit einigem Aufwand verbunden, der Druck muss ideal dosiert sein. Klaus Hanitzsch hat dabei unbeirrbar mit Muße und viel Feingefühl unermüdlich korrigiert und Schieflagen zurecht gerückt.

Damit die Freiheit bei dem eher streng wirkenden Projekt nicht gänzlich verloren geht, sind die Schutzumschläge von jedem Studierenden individuell gestaltet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wird die Tage fertiggestellt.

10 Zeichen für die Meister des Bauhauses – anlässlich des Jubiläums im kommenden Jahr
Umsetzung im Siebdruck: Antonia Aschenbrenner, Thomas Fäckl, Marcel Heß, Benedikt Hörmannsdorfer, Sakuya Miesczalok, Marina Scalese, Florian Kiefer, Magdalena Stricker, Stephanie Moll, Sofia Wanda Wittmann

Das Bauhaus – heute weltbekannte Kunstschule und international maßgeblicher Wegbereiter der Moderne wurde 1919 durch den Architekten Walter Grophius in Weimar gegründet. Kunst, Handwerk und Industrie sollten – so der Gedanke – eine Einheit bilden. Eine ganze Reihe prominenter und facettenreicher Persönlichkeiten lehrte und experimentierte hier, es entstanden richtungsweisende Gestaltungsprinzipien, die bis heute das Denken in Industriedesign, Architektur und Gestaltung prägen. 2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses zum 100. Mal. Dies sollte uns Anlass sein, die Gestaltungshochschule selbst ebenso wie seine herausragenden Köpfe zu würdigen. Neben den großen, sehr bekannten Namen wie Lásló Moholy Nagy, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Lionel Feininger, Oskar Schlemmer und Paul Klee gab es eine Vielzahl heute namentlich weniger bekannter, aber nicht minder interessanter MeisterInnen, WerkstattleiterInnen und Lehrer sowie mit ihnen verbundene Gestaltungslehren.

Die MD1017 hat nun für 10 ausgewählte Persönlichkeiten, diese waren nach Neigung wählbar, ein singuläres Zeichen entwickelt. Ein solches persönliches Zeichen erhalten haben dabei Gunta Stölzl (Weberei und Textildesign) – die erste Meisterin am Bauhaus, Karla Grosch (Gymnastiklehrerin, legendäre Mitwirkung in Bühnenaufführungen), Joseph Albers (Apologet dieses Geistes auch über die Zeit des Bauhauses hinaus im Blackmountain College in den USA), Herbert Bayer, Paul Klee, Wassily Kandinsky, der Fotograf Walter Peterhans, Fritz Kuhr (bekannt durch die Zusammenarbeit mit Klee), Johannes Itten und Oskar Schlemmer.

Die so entwickelten grafischen Zeichen wurden am 14. Mai in der Münchner Silberfabrik unter tatkräftiger Anleitung von Sarah Braconnier von den Studierenden gedruckt. Dafür mussten Siebe belichtet, ausgewaschen, getrocknet, Formen und Stand genau eingepasst und schließlich eine kleine Auflage eigenhändig gedruckt werden.

Ebenso wie im Buchdruck ist auch beim Siebdruck, einer Schablonendrucktechnik, sehr exaktes und äußerst sauberes Arbeiten unabdingbar. Um die Standgenauigkeit zu erreichen muss eigens eine Anlage gebaut werden. Größte Herausforderung war dabei das dreifarbig angelegte Motiv für Paul Klee, eine mutige Aufgabe, die Florian spielend zu meistern vermochte.

Jener Tag, an dem wir die Technik des Siebdruckes erproben durften, war für uns alle bereichernd und beflügelnd zugleich.

Die dabei entstandenen Motive selbst sind ebenso facettenreich wie die Persönlichkeiten des Bauhauses, und die Resultate geben wiederum die Persönlichkeiten meiner Studenten wieder, ihre Neugier, ihre Experimentierlust und ihre Kreativität. Alles in allem: sehenswert!

Fotos: Sybille Schmitz
Das beinhaltet Stehsatz #3

Farbe, Form, Struktur, Kultur und Subkultur, Schrift in Anordnung und Auflösung und die Entwicklung von Kalligrafie prägen die Ausgabe unseres Magazins Stehsatz, das wieder pünktlich zum Semesteranfang erscheint.

In der Rubrik »Blick über den Tellerrand« beantwortet uns der renommierte Schweizer Gestalter Niklaus Troxler unter anderem die viel diskutierte Frage, was den Designer in Zeiten der »Digital Natives« ausmacht. Inspiration für alle passionierten Gestalter gibt es zudem vom Luzerner Gestaltungsbüro Studio Feixen.

Das bereichernde Spannungsfeld zwischen Etabliertem und Subkultur führt unsere Stu­die­renden in abgelegene Orte Münchens, nach Dresden und nach Lissabon.

Von »Studenten für Studenten« legt in diesem Jahr seinen Fokus auf das Thema Auslandsaufenthalt. So berichten die Media Design Studentinnen Anna und Lilian von ihren Praktika in Singapore und Barcelona, die jungen Designerinnen Mia Stevanovic und Maria Weiss erzählen über Studienerinnerungen sowie aus ihrem derzeitigen Leben in den europäischen Metropolen Amsterdam und Zürich.

Die Rubrik Bleisatz beschreibt ­Arbeiten, Persönlichkeiten und besondere Arbeitsweisen unserer Münchner Hand­satz­werkstatt.

Abgerundet wird unser Magazin wieder durch den Showcase, der mit Murmur, Dazzle Camouflage und der Analyse zur Janson-Antiqua einige niveauvolle Studentenprojekte portraitiert.

Fotos: Boris Braunstorfinger
Experiment Siebdruck

Es ist alles vorbereitet. Holzrahmen sind mit vorhangähnlichen Nylonstoffen bespannt, Schablonen sind darauf angebracht und Farbpigmente wurden mit der nach Marzipan riechenden Siebdruckpaste und Wasser zu einer leuchtenden Farbemulsion vermischt. Jetzt fehlt nur noch Papier und Rakel dann kann es losgehen.

Gemeinsam mit Herrn Golf, dem ehemaligen Leiter der Siebdruckwerkstatt, der »Akademie der Bildenden Künste«, München hatte unsere Studentengruppe die Möglichkeit sich an die, für uns neue Technik des Siebdruckens heranzutasten und auszuprobieren.

Dazu setzten wir uns inhaltlich mit den Lautgedichten des österreichischen Dichters und Schriftstellers, Ernst Jandl auseinander. Gerade der rhythmisierte Aufbau und Witz der Gedichte stellt in Kombination mit den vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten im Siebdruck den besonderen Reiz dar.

Jeder von uns hat relativ schnell ein Gedicht ausgewählt und dazu unterschiedliche Ideen für die Umsetzung entwickelt. Beim Drucken selbst ist natürlich nicht immer alles auf Anhieb gelungen, aber genau das machte es ja gerade so spannend. Nämlich selbst ein Sieb mit Schablonen zu bekleben, die eigens angemischte Farbe mit einem Rakel hindurchzudrücken und während des Anheben des Siebes zu hoffen, dass alles gut gegangen ist und der Druck so aussieht wie erhofft.

Entstanden sind Plakate und Postkarten in verschiedenen Formaten, von krachend-leuchtend bis strukturiert und flächig. Das Experiment Siebdruck ist gelungen und geht sicherlich bald in die nächste Runde.

Konzept

Die Digitalisierung des Menschen: mein Smartphone weiß wo ich bin, wen ich kenne, was ich geplant habe. Die Smart Watch weiß, wie viel ich mich bewege und wie hoch mein Puls dabei war. Smart Glasses könnten registrieren was ich gesehen habe, wer mir aufgefallen ist und mit wem ich in der U-Bahn stand. Kühlschrank weiß was ich zuhause habe und sagt mir unterwegs was ich noch für heute Abend einkaufen muss.

Das sind Schnittstellen meines Simulakrums. Doch wie sieht es aus und was macht es aus uns? Ich suchte stellvertretend für alle Besitzer eines Simulakrums nach meinem. Ich wollte sehen wie weit es bereits gewachsen ist, wie viel Wissen es über mich hat, wie es von mir lernt, an welchen Stellen meines Lebens es mir bereits heute unter die Arme greift und wie es sich in Zukunft entwickeln wird.

Umsetzung

Das Themas wurde in Form eines Buches verarbeitet. Durch den Altarfalz konnten zwei getrennte Bücher in einem Buch realisiert werden. Sie spiegeln die, dem Thema innewohnende Schizophrenie – der Spannungsbogen zwischen dem realen und dem digitalen Ich – wieder und geben die Möglichkeit eines »Spiels« mit den Inhalten die wie das Ich auch immer weiter in die digitale Welt transferiert werden.

Umfang: 2x 80 Seiten

Futura – 28 Grad in Dresden
Jenny Lutz, Hanna Rasper, Sophie Schillo, Julian Schöll, Natalie Kennepohl

Dreieinhalb Stunden Fahrt, zwei Semmeln und einen Milchkaffee später, standen wir Punkt zehn vor der Tür der Dresdner Offizin, bereit um Paul Renners Schriftentwürfe zur Futura durch die Andruckpressen Haag-Drugulins zu ziehen.

Die Schriftentwurfsplatten, die wir abdrucken durften, sind matrizenähnliche Metallplatten, die Paul Renners erste Entwürfe der konstruierten serifenlosen Linear-Antiqua Futura zeigen. Im Vergleich zu der Zeit üblichen serifenlosen Antiquas sind die Strichstärken sehr gleichmäßig und die Buchstabenformen ausgesprochen geometrisch, was man an den nahezu kreisförmigen Rundungen erkennen kann. Besonders interessant sind einige Entwürfe der Buchstaben a, g, n, m und r, die auch heute noch eher ungewöhnlich wirken. Genaue Beispiele der ausgefallenen Entwürfe sind das Minuskel n, das unter anderem aus einem Quadrat, ohne Unterseite besteht, oder das Minuskel g, das aus einem Kreis und einem Dreieck als Unterlänge besteht. Spannend ist, dass die Platten auch zahlreiche verworfene Entwürfe von Buchstaben zeigen.

Nach stundenlangem, nahezu schweißtreibendem Drucken gings abends auf einen kühlenen Absacker in die Dresdener Innenstadt. Eindruck: Begeisterung pur! Imposante barocke und eindrucksvolle mediterrane Architektur sowie die unglaublich schöne Lage im Elbtal und die sommerlichen 28 Grad des Julis, macht dem Namen Elbflorenz alle Ehre.

Abschließend bedanken wir uns beim Leiter der Dresdener Haag-Drugulin, Eckehart SchumacherGebler, der uns zu sich eingeladen hat und uns die Möglichkeit bot die Schriftentwurfsplatten Paul Renners abzudrucken. Besonders möchten wir Ria Mücke herzlichst für ihre Unterstützung und ihr vielen Tipps danken.

Fotos: Julian Schöll