Stehsatz

nidus – Das individuelle Kindernest
Bachelorarbeit: Johanna Klotz
nidus – Das individuelle Kindernest

Der Markt für Kinderbetreuung wächst: bundesweit sind immer mehr Eltern auf eine Fremdbetreuung ihrer Kinder vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt angewiesen. Laut Experten werden in Deutschland bis 2025 weitere 600.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder und Kinder bis zum Schuleintritt benötigt. Doch nicht nur die Anzahl der Betreuungsplätze muss in den kommenden Jahren signifikant erhöht werden, auch die angebotenen Betreuungszeiten müssen dem sich verändernden Bedarf der modernen Welt angepasst werden. Mein Konzept setzt genau an dieser Stelle an: »nidus« ist eine moderne Kindertagesstätte, die es schafft sich an die agile Arbeitswelt anzupassen. Neben einer hingebungsvollen und sicheren Betreuung der Kinder, bietet die Einrichtung Betreuungszeiten, die sich individuell und flexibel nach dem zeitlichen Bedarf berufstätiger Eltern richten. Die Erarbeitung des Konzeptes sowie eines modernen und passenden Erscheinungsbildes war Ziel der Arbeit.

Die Arbeit ist inhaltlich in drei Teile geteilt und besteht aus einzelnen Broschüren: einem Konzept für Investoren, einer Informationsbroschüre für Eltern und einem Style Guide für das Corporate Design. Die Konzept-Broschüre leitet das Thema ein, indem es sich hauptsächlich mit der Analyse der aktuellen Betreuungssituation, ihren Herausforderungen, sowie der Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes befasst. Die Informationsbroschüre gibt Eltern einen inhaltlichen und bildhaften Einblick in die Einrichtung selbst: das pädagogische Konzept, den Tagesablauf, die Räumlichkeiten und schließlich in die Preispolitik und Platzvergabe. Der Style Guide und dritte Teil erläutert die Gestaltung des Erscheinungsbildes der Einrichtung: von der Entwicklung der Einzelzeichen bis hin zu unterschiedlichen finalen Anwendungen in Printund Web.

nidus Baukasten

Für angemeldete Kinder und deren Eltern ist eine Willkommensbox vorgesehen. Die Box besteht aus einer Informationsbroschüre sowie einem Baukasten für Kinder. Der Baukasten besteht aus 16 Holzwürfeln. Die Würfelseiten sind mit farbigen Formen bedruckt, welche Teile des Markenzeichens der Kindertagesstätte darstellen. Dieses modulare System ermöglicht es, dass sich aus der Kombination der verschiedenen Seiten unterschiedliche Tiere, Formen und Muster legen oder stapeln lassen. Die Intention war es, ein einfaches und gleichzeitig nachhaltiges Spielzeug zu erschaffen, das die Kreativität der Kinder fördert.

Bachelorarbeit: Lucas Wurzacher
Resonanz – Visualisierung der Identitätsbildung

Unsere Welt ist in ständigem Wandel begriffen. Durch Digitalisierung, Globalisierung und Automatisierung sollte uns die Welt eigentlich leichter verfügbar sein und wir mehr Zeit haben. Doch tritt das Gegenteil ein: Wir haben subjektiv immer weniger Freizeit und sind immer mehr gestresst. Dies führt letztendlich zu einer Entfremdung der Gesellschaft.
Genau hier versucht der Soziologe Harmut Rosa mit seiner Resonanztheorie eine Lösung zu bieten. Denn der Mensch ist ein soziales Lebewesen, das auf Resonanz von unserer Umwelt angewiesen ist. Erst durch die Reaktion Anderer erfährt er die wichtige, identitätsstiftende Aufmerksamkeit, Beachtung und Anerkennung, die für ihn so existenziell wichtig ist. Folglich lässt sich daraus schließen, dass der Mensch basierend auf der Resonanz, die er erfährt, seine eigene Identität bildet.

Das Projekt zeigt die Visualisierung des Findungsprozesses der eigenen Identität. Basierend auf dem Prinzip der Resonanz, ermöglicht es dem Betrachter durch Interaktion visuell sein eigenes »Ich« zu finden. Hierzu bilden sich auf Grundlage der Wirkung von Form und Farbe individuelle Muster, welche auf den Betrachter bzw. den Akteur reagieren. Als Resonanzraum dient ein 3 Meter großer Kubus, in welchem sich der Betrachter frei bewegen kann. Seine Bewegungen werden durch ein dreidimensionales Tracking analysiert und produziert mit Hilfe der Software »Touchdesigner« die Muster, welche die jeweiligen Resonanzsphären repräsentieren. Als Ergebnis erhält der Betrachter eine mehr oder weniger farbenfrohe Grafik, gewissermaßen die individuelle Visualisierung seiner eigenen Identität.

Fotos: Lucas Wurzacher