Stehsatz

Verena Schneider: Freiheit, experimentelle Typografie. Studiengang Media Mesign
Experimentelle Typografie (3. Semester): Verena Schneider

Meine Arbeit behandelt das Thema »Freiheit – Typografie im Raum«. Inspiriert durch die derzeitige Situation enormer Einschränkungen soll der Begriff Freiheit — vor noch nicht einmal einem Jahr eine Kategorie von ganz anderer Selbstverständlichkeit — in aktualisiertem Lichte widergespiegelt werden. Ich habe die täglichen Corona-News vom 11. Dezember 2020 bis zum 30. Dezember 2020 festgehalten und typografisch spannend und ungewohnt gesetzt. Meine Daten-Quelle hierbei war die Webseite »tagesschau.de«, geographisch begrenzt auf Deutschland.

Der fotografische Teil meiner Arbeit bestand daraus, eine oder auch mehrere Personen – ausschließlich in schwarz gekleidet – vor eine Wand zu stellen, diese dann mit Hilfe eines Beamers mit meiner gesetzten Typografie anzustrahlen und zu fotografieren. Die Schrift, welche sich über die Körper der Models legt, soll dabei gewissermaßen ein Sinnbild für die Ketten sein, die unser Leben und Handeln derzeitig so stark knebeln und uns die bis dato gewohnte Freiheit nehmen.

Die Arbeit besteht sowohl aus Fotografien als auch aus einem Video. Das Video ist sehr künstlerisch gehalten und mit schrillen Soundeffekten unterlegt. Dies soll auch die Ungewissheit und Verwirrung der Menschen veranschaulichen, die sich täglich mit beängstigenden und nicht selten widersprüchlich scheinenden Informationen konfrontiert sehen, die ihre bisherige Lebenserfahrung nicht einzuordnen weiß.

Fotos: Verena Schneider, Redaktion: Sybille Schmitz
Typografie (2. Semester): Sarah Janson, Verena Schneider

»I think it’s both modern and familiar« – so beschreibt die Schriftentwerferin Zuzana Licko selbst ihre aussagekräftige Schrift »Mr Eaves«. Es handelt sich um eine geometrische Grotesk, die auf formale wie optische Wiederholung setzt — die Grundformen Dreieck, Quadrat und Kreis treten dabei immer wieder auf — und auf den zwei sich ergänzenden Schriftfamilien Sans-Serif und Modern fußt. Beide Familien sind in je sechs Schnitten von Thin bis Heavy sowie in Regular und Italic verfügbar. Das Typeface selbst ist stark an der zugesellten Schrift, sozusagen der Gattin »Mrs Eaves«, angelehnt, auf diese wird auch wiederholt Bezug genommen.

Über zwei Monate haben wir uns mit der Recherche, Analyse, Gestaltung und dem Layout eines Buches über diese markante Schrift beschäftigt. Entstanden ist ein durchaus modernes Buch, das den Charakter der Schrift widerspiegelt. Das Format haben wir an die Proportionen des einprägsamen Majuskel R angepasst. Beim Layout des Buches wurde durchgehend auf eine moderne, spannende aber dennoch abwechslungsreiche Gestaltung geachtet. Die Farbe Grün steht symbolisch für den männlichen Charakter der »Mr Eaves«. Als Vorgänger und Gemahlin gilt die Barock-Antiqua »Mrs Eaves«, die im Vergleich durch die Farbe pink dargestellt wird.

Das Buch befasst sich mit der Analyse der einzelnen Buchstaben, der Lesbarkeit, Zurichtung, des Grauwertes und der Wirkung im Mengentext. Besonders interessant ist auch die Gegenüberstellung mit dem Vorbild aller geometrischer Schriften: der Futura. Und wie es nicht anders zu erwarten war: Mr Eaves – eine moderne, harmonische, eindrucksvolle und jugendliche Schrift – lässt den Schriftklassiker Futura eindeutig schwach aussehen.

Im Interview mit Zuzana Licko konnten wir schließlich auch einige weiterführende Informationen über die Schrift und insbesondere über ihren Entstehungsprozess erfahren. Darüberhinaus beinhaltet das Buch weitere Porträts von Zuzana Licko, eine Zusammenfassung ihres Werdegangs und Wirkens als Schriftgestalterin, sowie diverse Anwendungsbeispiele zur Veranschaulichung.

Text und Fotos: Verena Schneider und Sarah Janson, August 2020
Visualisierung (1. Semester): Verena Schneider
Musikvisualisierung zu »Palladio« – Karl Jenkins

Das Musikstück »Palladio« von Karl Jenkins wurde in sechs Abschnitte unterteilt und jedem Abschnitt ein Plakat gewidmet. Dabei ist jedem Instrument eine eigene Form und eine eigene Farbe zugeteilt. Die erste Violine bildet einen hellgelben Kreis, die zweite Violine einen rosafarbenen Kreis. Die Viola findet sich als lila Rechteck wieder, das Violoncello ist durch ein braunes Rechteck repräsentiert.

Im ersten Abschnitt dominieren die aufgehenden Klänge der beiden Violinen, dazu der lange, eintönige Klang des Cellos. Die Viola kommt in diesem Liedabschnitt noch nicht vor, daher kein lila Rechteck. Plakat zwei zeigt das harmonische Zusammenspiel der beiden Violinen, das Cello kommt hinzu, im dritten drängen sich die Violinen in den Vordergrund. Das vierte Plakat spiegelt den Höhepunkt des Stücks wider — die weißen Striche visualisieren die scharfen Schläge der Violinen. Abschnitt fünf baut die Intensität langsam ab, im sechsten und letzten Abschnitt/Plakat kehrt Ruhe ein, das Stück nimmt weiter ab, die Violinen schwinden, die Viola ist nicht mehr präsent.