Stehsatz

Isabel Huber, Lea von Terzi, Ines Thaller
Gelungene Hommage an einen großen Typografen des 18. Jahrhunderts

John Baskerville gilt als einer der großen englischen Typografen, der neben Caslon weitreichenden Einfluss auf die europäische Typografie dieser Epoche hatte, und unter anderem auch Didot und Bodoni inspirierte.

Ziel der Studentinnen war es den kritischen Geist und innovativen Vordenker in seiner Wirkung auf die schwarze Kunst zu skizzieren und im Besonderen die heute immer noch sehr beachtliche Schrift Baskerville zu analysieren.

Weniger bekannt ist, dass Baskerville posthum für seinem Atheismus büßen musste. Nach seinem Begräbnis war er aufgrund eines Kanalbaus exhumiert worden. Es vergingen mehrere Jahre bis sich schließlich ein Friedhof in Birmingham bereit erklärte, den Gebeinen des typografischen Meisters eine letzte Ruhestätte zu gewähren. Im Gegensatz dazu wirkt seine Schrift Baskerville, die mittlerweile in zahlreichen Varianten vorliegt, auch heute noch lebendig.

Saskia Haller von Hallerstein
Experimentelle Textarbeit (3. Semester)

Dieses Objekt entstand auf der Suche nach einem besonderen (Sinn-)Zusammenhang durch nichtlineare Textanordnungen. Mit acht Plexiglasplatten wird das expressionistische Gedicht in Analogie zum verdichteten Stadtraum gestaffelt. Die das Gedicht eigentümlich strukturierenden Eigenschaftswörter bleiben dank besonderer Anordnungen als Durchblick auch bei der Textüberlagerung in der Frontalansicht lesbar.

Mia Stevanovic
»Old Flame« – papierene Schwere und erdfarbene Melancholie

Der Song »Old Flame« von Arcade Fire handelt von der Zerrissenheit der Gefühle, vom schwermütigen Verharren im Unwiederbringlichen. Ein unvermeidlicher Abschied, der begonnen hat und doch nicht gelingen will, mit tragischen Folgen – ähnlich einer Motte, die nicht von der Flamme lassen kann, obwohl diese ihr sicheres Ende bedeutet.

Die Papierarbeit von Mia Stevanovic arbeitet mit assoziativen Bildern, etwa dem Bild einer Höhle, einem schier nicht enden wollenden Tunnel, einem Weg voller Hindernisse. Die warmen Rot- und Brauntöne transportieren Wärme, emotionale Tiefe, vermitteln jedoch auch Wehmut, wie die letzten Sonnenstrahlen eines endenden, unbeschwerten Tages im Spätsommer.

Die Visualisierung von »Old Flame« besteht aus farbigem Papier und wurde komponiert aus einer Vielzahl einzelner, komplett von Hand geschnittener Elemente.

Experimentelle Textarbeit (3. Semester)
Ines Thaller

Die Entwicklungsgeschichte der Textanordnung wird fortgeschrieben. Hierfür ein – durch experimentelles Vorgehen – entwickeltes Bewusstsein zu erlangen und durch Arbeiten widerzuspiegeln war die Aufgabe. Angelehnt an die starken Stämme entsteht in dieser natürlichen Umgebung eine Vielfalt wundervoller Assoziationen.

Mediadesign-Studenten waren in ihrem 3. Semester mit einer sehr sensiblen Gestal­tungs­aufgabe im Bereich Gewaltopfer betraut.

Die Opferschutzorganisation WEISSER RING beauftragte die Studenten, eine zeit­gemäße Werbegestaltung zu entwickeln, um junge Leute zwischen 18 bis 35 Jahre
zu erreichen.

Anspruchsvolle Plakat- und Postkartengestaltungen, ein innovatives Guerilla-Marke­ting-Konzept und eine Projekt-Website wurden in einer öffentlichen Ausstellung vorgestellt. Nach der erfolgreichen Ausstellung befassen sich der­zeit die Studenten in direkter Zusammenarbeit mit dem »WEISSEN RING« mit der Umsetzung der Projektergebnisse.

Auszeichnung ADC Nachwuchswettbewerb 2012 Abschlussarbeiten
Kategorie Literatur
Marco dos Santos
Christian Schorm

»ODEM – Das ICH im WIR«

Das Internet macht die Erde zum Weltdorf. Connective-, collaborative- und co-creative Prozesse bestimmen zusehends die Netzwerkökonomie.

In einem Forschertagebuch untersuchen Marco dos Santos und Christian Schorm, wie dieses neue »WIR-Gefühl« zustande kommt.

Daraus resultierend entwerfen sie ein visionäres, biomorphes Interface, das den fluiden Kommunikationsbedürfnissen zukünftiger Generationen gerecht werden soll – jenseits der klassischen Maschinenkultur von iPhone und Co.