Stehsatz

Disziplin Typografie bei Prof. Sybille Schmitz
Typografie (2.Semester): Magdalena Stricker, Sakuya Miesczalok

Die Riga, 2014 von Schriftgestalter Ludwig Übele (ludwigtype.de) entworfen, war im 2. Semester Gegenstand unserer Schriftanalyse. Die Serifenlose, in 21 Schnitten verfügbar, ist enger gehalten, sehr gut lesbar und am Screen ebenso wie im Print nutzbar.

Uns hat besonders fasziniert, dass die Schrift einerseits sehr modern wirkt, andererseits aber auch an tradierten Formen klassischer, gewachsener Schriftgestaltung festhält. Dies ist uns besonders beim Versal-P und Minusjek-g aufgefallen.

Ganz besonders interessant war es, mit dem Schriftgestalter selbst, der weitere Schriften wie die Marat und die FF Tundra gestaltet hat, über die Schrift zu reden. In Berlin hat er uns bei einem entspannten Interview Rede und Antwort gestanden und zahlreiche Informationen gegeben, die für unsere Analyse sehr hilfreich war.

Unser Dank gilt Herrn Übele für die wirklich tolle Unterstützung.

Fotos: Marina Scalese
»RE SIGN« RE MADE
Kevin Kremer

Die Arbeit zielt darauf ab, durch systematische Dekonstruktion und anschließende Neukombination, die erlernte Darstellungsweise und Erfassbarkeit eines Buchstabens in Frage zu stellen. Es sollen die Grenzbereiche der Wahrnehmung einer Form in Bezug auf deren Erkennbarkeit als Schriftzeichen der abendländischen Schriftkultur erforscht werden.

Wann tritt der Punkt der »Nicht-Erkennbarkeit« einer Form als Schriftzeichen ein? Wie weit kann man die Gewohnheiten des Betrachters in Bezug auf die erlernte Darstellungsweise eines Schriftbildes ausreizen, um ein Schriftzeichen als solches unerkennbar zu machen? Wann tritt der Zeitpunkt der Trennung von erlernter Form und Funktion eines Schriftzeichens ein?

Das Ergebnis dieser visuellen Untersuchung ist eine Reihung an Formzeichen, ausgehend vom bekannten Schriftbild, hin zu einer stark abgeänderten Darstellungsweise.

So weit so gut. Jedoch hatte ich bei der grafischen Ausarbeitung der Konzeption stets ein mulmiges Gefühl. Ich ging einfach nicht zu einhundert Prozent d‘accord mit dem, was dann schlussendlich als Ergebnis vor mir lag: ein 700 Seiten umfassender Wälzer, der durch seine bloße Größe schon dazu geeignet wäre, die Leser zu erschlagen. Also: noch mal. So habe ich mich in den letzten Wochen dazu durchgerungen jede. einzelne. Seite. noch einmal zu gestalten. Dieses mal anders: kleineres Format, weniger sachlich und deutlich reizvoller. Das Ergebnis ist ein 800 Seiten umfassendes Werk, das erstaunlich gut in eine Hand passt und zudem auch noch stilvoll in einem Schuber aufbewahrt werden kann.